Dies Ater – Odium’s Spring | 2007 | Twilight | CD | Black Metal

Obwohl Dies Ater aus Berlin kommt und Odium’s spring bereits das vierte Album in der 13-jährigen Bandgeschichte ist, habe ich mich bis dato kaum bis gar nicht mit der Gruppe beschäftigt. Ich wusste also nicht was mich erwarten würde und dennoch war ich von dem, was ich zu hören bekam, in gewisser Weise überrascht.

Odium’s spring macht von Anfang bis Ende einen hochgradig professionellen Eindruck, sowohl klanglich als auch spielerisch und das Songwriting betreffend. Für den Klang ist Andy Classen verantwortlich, womit schon geklärt sein sollte, dass der Klang sehr klar, differenziert und druckvoll ist. Diese Produktion passt hervorragend zu Dies Ater und Odium’s spring, da der energische aber dennoch dezidiert melodisch ausgerichtete Black Metal entsprechend inszeniert wird.

Odium’s spring ist ein reichhaltiges und mit Abwechslung gespicktes Album, das sehr harte und brachiale Parts besitzt, auf der anderen Seite aber auch sehr harmonische und darin fast schon sanfte, ja geradezu zarte Züge hat. Besonders deutlich wird dieses Wechselbad der Intentionen im Titel Hail old times!. Neben den schnellen und treibenden Parts gibt es auch überaus heftiges und zerstörerisches Geknüppel, welches wahrlich meisterhaft gespielt und umgesetzt wurde. Hail old times! enthält darüber hinaus aber auch extrem melodisch und harmonisch arrangierte Passagen, die der zuvor ausgebreiteten Härte, den Wind aus den Segeln nehmen.

Ähnliche Strukturen finden sich auch in anderen Stücken wieder, wobei neben dem gut gespielten Schlagzeug auch immer wieder die perfekte Gitarrenarbeit auffällt. Man hört es jedem einzelnen Lied direkt an, das die Musiker von Dies Ater nicht erst seit gestern Musik machen. Sie beherrschen ihre Instrumente perfekt und wissen damit umzugehen, so überzeugen flinke und filigrane Riffs genau so wie hartes und druckvolles Riffing. Darüber hinaus streut eine Gitarre auch immer wieder mal leise Melodien und Harmonien ins Geschehen ein, die teils angenehm düster und geheimnisvoll wirken.

Ein weiterer Aspekt der auffällt, ist die teilweise Nähe zum Death und Thrash Metal. Vor allem die Gitarrenarbeit geht immer wieder mal in diese Richtung, was den modernen Eindruck, den Dies Ater mit Odium’s spring macht, verstärkt.

An und für sich gibt es über Odium’s spring nichts Schlechtes zu sagen. Das Material ist anspruchsvoll, vielschichtig und perfekt umgesetzt. Aber für meinen Geschmack ist es insgesamt zu harmonisch ausgerichtet. Diese zahlreichen Passagen mit den Keyboardklängen sagen mir einfach nicht zu. Dennoch bin ich mir sicher, dass Odium’s spring ein voller Erfolg werden wird, weil Dies Ater mit diesem Werk wohl ziemlich genau das erschaffen hat, was vielen gefällt: Energischer und bisweilen sehr brachial gespielter Black Metal, gepaart mit Harmonien und Melodien und zwei deutschen Texten.

01. Crimson blood
02. Dark strike
03. Hail old times!
04. Die Gier nach eurem Untergang
05. Odium’s spring
06. The arrival
07. Created to persist
08. Die Gewissheit zu siegen
09. Still rising

http://www.diesater.de/

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