Devilish – Possession | 2007 | Eisenwald Tonschmiede | CD | Black Metal

Mit dem mysteriösen Album Possession von Devilish, präsentiert Eisenwald ein großartiges Untergrund-Black Metal-Album. Mysteriös ist es deshalb, da es keinerlei Informationen über die Gruppe oder den Tonträger als solchen gibt. Das schöne, aus rauem Papppapier gestaltete Digipak enthält neben der CD, die ein einziges langes, unbetiteltes Stück beherbergt, zwei abgedruckte Gedichte: Eines von Peter Cornelius und eines von Charles Baudelaire.

Das macht aber überhaupt nichts, da das knapp 30 Minuten lange Lied voll und ganz überzeugen kann. Es besteht aus mehreren Abschnitten oder Kapiteln, wodurch der Eindruck vermittelt wird, es durchaus mit einzelnen Liedern zu tun zu haben, da das Lied ohne Wiederholungen auskommt und somit einer ständigen Entwicklung und Veränderung unterliegt.

Im Groben lässt sich Possession als rauer aber atmosphärischer Black Metal bezeichnen. Die Einleitung ist ruhig, harmonisch und atmosphärisch und mit anderthalb Minuten für ein so langes Lied relativ kurz. Die Einleitung wird von einem rauen, eingängig mittelschnellen Part abgelöst, in dem vor allem der stark verzerrte aber weitgehend ruhig intonierte Gesang und ein sehr leises, weit in den Hintergrund gestelltes Keyboard für harmonische Aspekte sorgen. Dieses Keyboard ist phasenweise kaum erkennbar, da die grell klingenden Gitarren es überlagern. Dieser Effekt ist als nahezu perfekt zu umschreiben, da durch den leisen, unauffälligen Klang aus dem Hintergrund, das Keyboard eine höhere Gewichtung bekommt.
Nach einem schnelleren Part folgt eine melodische Passage mit guten, einprägsamen und teils klaren Melodien. Auch während dieses Abschnitts steht das Keyboard sanft im Hintergrund. Während dieser ruhigeren Strecke klingt der Gesang von Devilish ganz entfernt, ein wenig wie der von Evol auf dem Album „Portraits“, allerdings nicht ganz so extrem wie bei den Franzosen.

Nach diesem ruhigen Part gibt es einen starken Wandel. Die Gitarren und der Bass schmettern einige harte, dunkle und laute Riffs, welche die Membrane der Lautsprecher wild vibrieren lassen. Dann nimmt die Intensität der Saiteninstrumente überraschend ab und es offenbart sich eine sehr atmosphärische Passage, in der vor allem der Kreischgesang und das Keyboard, welches nun deutlich lauter und präsenter ist, für eine großartige Atmosphäre sorgen.

Possession behält noch weitere Wandlungen und Überraschungen bereit. Neben den atmosphärischen Passagen und dem Keyboard gibt auch hasserfüllte, energische und schnelle Parts die mindestens genauso überzeugend und beeindruckend sind.

Für mich ist Possession ein echter Geheimtipp, so, wie vor einigen Jahren Brocken Moon mit den zwei ersten Demos ebenfalls einer war. Ich kann jedem nur empfehlen, sich das Album schnell zuzulegen sobald es im Handel erschienen ist. Denn es ist auf 350 Kopien limitiert und wird somit nicht ewig erhältlich sein.

01. Possession

http://www.eisenton.de/

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