Desecrated – …Thus Begings The Suffering | 2010 | Naturmacht Productions | CD | Black Metal

Desecrated aus den USA beschert der geneigten Hörerschaft mit dem Debütalbum …Thus Begins the Suffering roh klingenden, langsamen Black Metal. Desecrated ist eine Einmanngruppe, was man schon gleich im ersten Lied hören kann. Allerdings nicht am programmierten Schlagzeug, dieses wurde anständig programmiert und fällt klanglich auch fast gar nicht auf. Nein, bei Desecrated hapert es am melodischen Gitarrenspiel. Das Titellied ist knapp zehn Minuten lang und wartet unter anderem mit melodischen Gitarrenpassagen auf, die mir zu einfach gestrickt sind. Diese Parts mit den verzerrten Gitarren klingen irgendwie unfertig, wobei Desecrated in anderen Passagen, in denen er auf eine klare Gitarre zurückgreift, seine Sache viel besser macht.

Auf das lange Eingangslied folgt das kürzere Such Sorrow as to Eliminate Life, welches von Anfang an sehr harsch und eingängig schnell ist. Aber auch hier gibt es, zwischen den Strophen, ruhigere Momente in denen das Gitarrenspiel melodisch ist. Danach geht es mit dem gut 13 Minuten dauernden Drowning in Morose Solitude weiter, welches langsam, schleppend und atmosphärisch ist. Atmosphärisch ist es, weil ein sphärisches sowie sehr ruhiges Keyboard begleitend zu hören ist, welches entfernt an Burzum erinnert. Erst jenseits der zehnten Minute verändert sich das Lied wesentlich und ein schneller, peitschender Part bricht los, der diesmal an Judas Iscariot denken lässt. Im folgenden Dirge of Despair, ein weiteres sehr langes Lied, gehen der verzerrte Kreischgesang, die leise Keyboardbegleitung im Hintergrund und die treibende, mittelschnelle Rhythmik ein wenig in Richtung Xasthur. Danach folgt ein schnelleres und rumpelndes Lied mit zum Teil sehr eigenwilligen Riffs, die dann in einem längeren, langsamen Part mehrmals durchexerziert werden. Schade, denn die schnell gespielte Passage war wirklich gut, minimalistisch, dreckig und gemein.

…Thus Begins the Suffering ist eine sehr durchwachsene Platte. Es gibt immer wieder Momente, in denen Alleinmusiker Spectre offensichtlich an seine Grenzen gerät. Die eine und andere Melodieführung ist einfach noch zu unausgereift, auch wenn es sich hier um rohen Untergrund Black Metal handelt. Aber auch rhythmisch sind einige Dinge noch zu verbessern. So schlecht, wie es sich jetzt vielleicht lesen mag, ist das Album aber gar nicht. Die Ansätze die uns Desecrated aufzeigt, lassen Gutes erahnen. Allerdings muss man das in Zukunft einfach noch besser umsetzen. Laut Spectre soll es auf dem kommenden Album vermehrt Einflüsse des Doom Metals geben. Ich vermute, das Ganze wird dann eine Mischung aus Funeral Doom und Depressive Black Metal werden, was ich persönlich schade finde, da mich auf dieser Scheibe doch gerade die schnelleren Stücke und Passagen angesprochen haben. Aber das ist pure Spekulation. …Thus Begins the Suffering ist jedenfalls eine Platte für Anhänger des rohen Untergrund Black Metals, der sich an die bekannten Gruppen orientiert, die hier Erwähnung fanden.

6/10
Aceust

01. …thus begins the suffering
02. Such sorrow as to elimate life
03. Drowning in morose solitude
04. Dirge of despair
05. His holy empire reduced to ashes
06. Chanting incantations bringing an end to existence
07. Darkness descends

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