Deadman – Spirito Di Pietra | 2011 | Dusktone | CD | Black Metal

Deadman ist eine italienische Gruppe deren gerade erschienenes Album Spirito di Pietra offenbar die erste Veröffentlichung überhaupt ist. Über Deadman ist bis auf die Herkunft absolut nichts bekannt. Selbst die schlicht durchnummerierten Liednamen geben hier keinen Aufschluss, da muss also sofort die Musik selbst ran. Laut Dusktone soll es sich um experimentellen sowie apokalyptischen Black Metal handeln.

Auf die ruhige, instrumentale Einleitung folgt II, wo Deadman recht abwechslungsreich aufspielt. Es gibt verschiedene Tempi zu hören, wobei das Schlagwerk in allen Geschwindigkeitsbereichen stets simpel gespielt wird. Vor allem in den schnellen Passagen wirkt der etwas dünne Klang zunächst gewöhnungsbedürftig, zumal Deadmans ruhig vorgetragener Gesang, der kehlig und oft eher sprechend ist, gleichfalls einer gewissen Eingewöhnungszeit bedarf. Das Spiel der Gitarren ist zwar melodisch doch in den grimmigen, schnellen Passagen angenehm zurückhaltend und direkt. Der Einstieg ins Album ist nicht gerade Liebe auf den ersten Blick aber das Interesse ist geweckt.

Wenn man dann dem gesamten Album lauscht, kann man es durchaus als apokalyptisch durchgehen lassen. Deadman fährt viel auf der Temposchiene, die zumeist auch recht grimmig daher kommt und nach der Gewöhnungszeit auch zu gefallen weiß. Doch wo ist der experimentelle Anteil? Im Promoschreiben stand sogar etwas von Post-Rock und Industrial. Nun, solche experimentellen Elemente gibt es in der Tat, doch wurden diese überaus dezent platziert und man könnte sie auch einfach als atmosphärische Passagen abtun. Einige Lieder enden mit atmosphärischen Arrangements, die allesamt gut gespielt und stimmungsvoll sind. Und da sie, wenn sie vorkommen, am Ende eines Liedes stehen, fallen sie gar nicht so sehr auf. Schließlich ist die Idee der instrumentalen Übergänge oder Zwischenstücke alles andere als neu. Diese atmosphärischen Übergänge von Deadman sind aber sehr gut, da sie extrem stimmungserzeugend sind und Anleihen von Ambient, Industrial und Melancholie besitzen. Vereinzelt hat sich das eine und andere atmosphärische Arrangement aber auch innerhalb des Black Metals verirrt. Dort sind sie aber überaus dezent, rar und gleichfalls stimmungsfördernd.

Spirito di Pietra ist eines jener Alben, welches erst nach mehreren Durchgängen seine Vorzüge Stück für Stück preis gibt. In VI gibt es beispielsweise eine interessante Bassgitarre zu hören, die träge und langsam den schnellen, an und für sich unspektakulären Black Metal begleitet, und diesen durch die schiere Anwesenheit schon aufwertet und interessant gestaltet. Mit dem Fortschritt des Albums wird die Musik von Deadman immer besser und da stört auch der anfänglich etwas holprig wirkende Black Metal nicht mehr, zumal dieser in anderen Liedern wie VII dann auch schön giftig und dreckig wird.

Spirito di Pietra ist sehr eigenständiger Black Metal, der auf der einen Seite sehr einfache, grimmige und direkte Seiten hat, aber genau so auch düstere, melodische und atmosphärische Kniffe beherbergt. In gewisser Weise dürfte Spirito di Pietra den Puristen ebenso ansprechen wie Anhänger der Avantgarde. Mir gefällt es jedenfalls, das Album ist einfach apokalyptisch und düster und wer sich davon selbst überzeugen möchte, kann bei Dusktone auch probehören.

8/10
Aceust

01. I
02. II
03. III
04. IV
05. V
06. VI
07. VII
08. VIII
09. IX

http://www.dusktone.eu/

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