Dead? – Dead? | 2009 | Ancient Dream Records | CD | Black Metal

Dead? ist ein neues Projekt von Kaiser Wodhanaz, der für dieses Debüt drei zusätzliche Sänger (Algol von Forgotten Tomb, Luxitan von Gosforth und Ill Colonnello von Frangar) verpflichten konnte. Vier Sänger teilen sich also die zwölf Lieder, während Wodhanaz allein für Gitarren und Bass zuständig ist. Mit Basilisk am Schlagzeug wird das Ganze dann komplettiert. Eine vergleichbare Abwechslung an verschiedenen sowie namhaften Sängern gab es beim amerikanischen Projekt Twilight. Doch im Gegensatz zu Twilight wirkt Dead? von Anfang an homogen. Wenn man sich nicht speziell auf den Gesang konzentriert, würde man die verschiedenen Sänger nicht unbedingt bemerken, obgleich es Unterschiede gibt, könnten diese aber alle von einem Sänger sein.

Obwohl das Material von Wodhanaz in den Jahren 2002 – 2005 geschrieben wurde, ist es nicht direkt mit Ad Hominem zu vergleichen. Weder ist Dead? so roh, noch erreicht es trotz einiger Schnelligkeit niemals die Brutalität Ad Hominems. Stattdessen dominiert eine latente, dezidiert schwermütige Grundatmosphäre. Die zwölf Lieder sind fast alle sehr gitarrenbetont, was sich durch zahlreiche auffällige Riffs und Melodieführungen bemerkbar macht. Diese sind zwar nicht unbedingt besonders melodisch oder atmosphärisch, doch entbehren sie nicht einer gewissen Ernsthaftigkeit, die sich dann und wann als Schwermut entpuppen kann. Wodhanaz’ Spiel an den Saiteninstrumenten ist übrigens das Beste an dieser Platte. Neben vielen durchschnittlichen Riffs entladen sich immer wieder mal überraschend richtig gute Riffs, die sofort ins Blut gehen. Zwar sind diese auch eher gewöhnlich, doch sind sie äußerst wirksam.

Strukturell und rhythmisch bietet das Album hingegen nicht so viel. Hier erweist sich Dead? ganz eindeutig als Standardwerk nach bewährtem Muster. Zumeist spielt man kraftvoll stampfend im mittelschnellen Bereich, und zieht hie und da das Tempo leicht an. Heftiges Geknüppel gibt es (fast) nicht zu hören, was auf die Dauer ein wenig beklagenswert ist, würde dieses doch für einen angenehmen Kontrast sorgen. Am Ende der Scheibe wird das Tempo dann zwar merklich angezogen, doch verpufft dieses nahezu wirkungslos, da entweder der Gesang zu ausdrucksarm ist, oder die Gitarre einen ihrer wenigen schwachen Momente hat. Dennoch sind dank des Gesanges und der guten Melodieführungen, rotzig und abfällig wirkende Momente auf dem Album vorhanden.

Dead? ist kein schlechtes Debütalbum, auch wenn es nicht der ganz große Wurf ist. Allerdings wird es zunächst mit jedem Durchlauf besser, da die Gitarren und verschiedenen Sänger einige gute und interessante Details bereit halten, die erst entdeckt werden wollen und beim ersten Mal nicht gleich ins Gehör fallen. Mir gefällt Dead? jedenfalls besser als der neuere Kram von Ad Hominem. Bleibt abzuwarten, ob es sich bei diesem Werk um eine einmalige Angelegenheit handelt, oder ob man Dead? ernsthaft weiterverfolgen wird. Unterm Strich gibt es einen Bonuspunkt, da mir einige Riffs und Melodien richtig gut gefallen!

7 /10
Aceust

01. Alive?
02. The abject
03. Rigor mortis
04. Contempt unlimited
05. Versus
06. Essence of non-future
07. Only the dead know
08. Le mort joyeux
09. I love you dead
10. He prays
11. I shall infect you all
12. Dead?

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