Dødkvlt / Goats Of Doom – Deathcult Ov Doomgoat | 2011 | Ewiges Eis Records | CD | Black Metal

Obwohl Dødkvlts Part lediglich drei Lieder umfasst, kommen diese auf über 32 Minuten Spielzeit. Deathcult Ov Doomgoat erschien zwar zeitgleich mit II, dennoch unterscheiden sich die Lieder auf den zwei Werken erheblich. Die drei Lieder der Split sind düsterer und ruhiger, spiritueller und fast schon religiös. Brutalität und geradlinige Härte gibt es von Dødkvlt auf der Split kaum. Stattdessen dominieren ruhig und behutsam vorgetragene Passagen, die dunkelmelodisch sind, stellenweise gar verträumt wirken. Vor allem das erste Lied hat in seiner schweren Langsamkeit etwas doomiges, was ein weiter Beleg für die stilübergreifende Ausrichtung Dødkvlts ist. Wie erwähnt, gibt es Tempo und die damit verbundene Härte nur wenig, und auch erst im dritten und letzten Lied von Dødkvlt. Wirklich brutal ist das Lied aber nicht, wenn man es mit II vergleicht. Doch im Bezug zu den zwei anderen Liedern der Split, ist es ein kraftvolles und treibendes Lied, in dem druckvolle Arrangements mit melodischen, sphärisch klingenden, Gitarren kombiniert werden. Die drei Lieder der Split sind übrigens das neuste Material von Dødkvlt und verraten damit womöglich, wie ein etwaiges III klingen könnte. Dødkvlt gibt sich auf der Split jedenfalls nicht ganz so experimentell wie auf I oder II, offenbart aber dennoch eine neue, nämlich episch-doomige Facette.

Für die gleichfalls aus Finnland kommende Gruppe Goats Of Doom scheint diese Split die erste Veröffentlichung überhaupt zu sein. Obwohl Goats Of Doom ein Lied mehr beitragen durfte, ist die Spielzeit mit 28 Minuten kürzer als die von Dødkvlt. Experimentell und abwechslungsreich ist die Musik des Dreiers aber dennoch. Schon gleich in den ersten Sekunden vom ersten Titel Vihani Saatanan Mahdilla Roihuaa ist eine Maultrommel zu hören, deren Part dann in eine kraftvoll arrangiertes Lied mit viel Melodik und Abwechslung übergeht. Rhythmisch legt sich Goats Of Doom in den ersten zwei Liedern niemals langfristig fest, weshalb sich pure Raserei mit mittelschnellen und langsamen Passagen häufig abwechseln. Zwischendurch sind dann auch sehr melodische Strecken zu hören, die teilweise mit Keyboard unterlegt wurden und dann sinfonisch und bombastisch wirken. Dies alles geschieht aber auf einem hohen Niveau und Goats Of Doom übertreibt den Einsatz von Bombast auch niemals, im Gegenteil: Der Einsatz des Keyboards erweist sich als wohlüberlegt und sehr stimmig. In Vainoaja Pimeydestä wurde es perfekt platziert, was die Stimmung enorm steigert und die Atmosphäre mächtig verdichtet. Trotz des hohen Anteils an atmosphärischen Elementen gibt es bei Goats Of Doom aber auch Grimmigkeit und Härte. Die zwei letzten Lieder sind nämlich wesentlich schneller und direkter als die ersten beiden. Atmosphärische Momente sind aber auch hier zu hören.

Deathcult Ov Doomgoat ist eine sehr gute Split-Veröffentlichung. Dødkvlt überrascht und überzeugt mit langen und melodischen Liedern und Goats Of Doom stehen dem in nichts nach. Majestätisch, hart und melodisch mit einem okkulten Anstrich.

8/10
Aceust

DØDKVLT
01. Domini Ascensiönem Prima Pars – Prophecy
02. Domini Ascensiönem Secunda Pars – Dusk
03. Domini Ascensiönem Tertia Pars – Doom sower

GOATS OF DOOM
04. Vihani Saatanan Mahdilla Roihuaa
05. Vainoaja Pimeydestä
06. Julistus
07. Riivaaja

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