Dark Ravage – The Fall Of Inner Sanctum

Dark Ravage - The Fall Of Inner Sanctum

Dark Ravage - The Fall Of Inner SanctumIn Litauen scheinen die Uhren etwas anders, nämlich langsamer, zu ticken als im Rest der Welt. DARK RAVAGE lassen sich mit dem Veröffentlichen von Alben jedenfalls viel Zeit. Die Band gründete sich eines kalten Abends im Winter 2003 und brachte seitdem zwei Alben und zwei Demos zustande. Mit dem 2007 erschienenem Debütalbum „Dawn Of A New World“ konnten mich DARK RAVAGE nicht gänzlich überzeugen. Sechs Jahre später, also 2013, kam dann mit „The Fall Of Inner Sanctum“ der Nachfolger raus, der mich allerdings erst jetzt erreichte – was ebenfalls ein Indiz für langsamere Uhren ist.

DARK RAVAGE werden über den Status einer fanatischen Untergrund-Kapelle wohl niemals hinaus kommen. Vor acht Jahren hielt ich die weitläufige Monotonie noch für eine Anfängerschwäche, doch auch auf ihrem zweiten Album klingen DARK RAVAGE minimalistisch und roh. Jedoch gibt es gegenüber dem Erstling enorme Verbesserungen. Spielerisch schritten DARK RAVAGE durchaus voran, vor allem Schlagzeuger GarLoq hinterlässt einen guten Eindruck, auch wenn ihm das eher schlichte Material Schranken auferlegt. Aber auch Sänger Necrontyr mach eine bessere Figur. Sein harscher Keifgesang ist zwar nach wie vor einer emotionslosen Monotonie geprägt, doch passt er nun besser ins Gesamtbild. Dazu gehört auch der bessere Klang. „The Fall Of Inner Sanctum“ ist ganz sicher alles andere als eine Hochglanzproduktion, doch im Vergleich zum Vorgänger haben die acht neuen Lieder einen besseren, ansprechenderen Feinschliff bekommen.

DARK RAVAGE spielen einfach schnörkellosen und rauen Black Metal. Der Klang ist relativ dünn, die Gitarren surren Grell und auf größere melodische oder atmosphärische Exkurse wurde verzichtet. Natürlich gibt es melodische Riffs, doch beschränken sich diese auf das Nötigste. DARK RAVAGE zementieren einen unaufgeregten aber kompromisslosen Stil, in dem eine gewisse Kälte und dezidierte Rohheit kultiviert werden. Das Tempo ist häufig hoch, aber variabel. Neben stürmischer Raserei sind auch zahlreiche mittelschnelle oder der eine und andere schleppende Part zu verzeichnen.

„The Fall Of Inner Sanctum“ ist ein seltsames Album, welches mich ein wenig ratlos macht. DARK RAVAGE sind nicht schlecht, doch spielen sie einen Stil, der zumindest gewöhnungsbedürftig ist. Der Black Metal ist kalt und rau, was schon mal gut ist. Dennoch fehlt ihm das gewisse Etwas. DARK RAVAGE sind wahre Meister darin, positive Aspekte geschickt zu kaschieren. Es gibt natürlich gute Momente, hörenswerte Arrangements, doch gehen diese im Gleichklang unter. Da die Lieder nicht gerade kurz sind und es an Abwechslung und Kontrasten mangelt, wirkt das Album in seiner Gesamtheit zu gleichförmig, was man durchaus als langweilig empfinden kann. Da hilft es auch nicht einen fähigen Schlagzeuger zu haben oder authentisch und kompromisslos zu sein. „The Fall Of Inner Sanctum“ ist ein sonderbares Album für Fanatiker des Minimalismus.

Dark Ravage – The Fall Of Inner Sanctum
2013 | Forgotten Path
CD | Black Metal

1. The Morning That Never Came
2. Where Paths Disappear
3. Running From The Truth
4. Drowning In Fresh Air
5. Wandering In Burning Cold
6. Fear To Be Betrayed By Oneself
7. Into Abyss Out Of This World
8. Void That Chaos Has Created

https://www.facebook.com/darkravage
https://darkravage.bandcamp.com/
http://forgotten-path.lt/

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