Dark Paranoia – Towards The Boundaries Of Nostalgia… | 2011 | Sturmglanz | CD | Black Metal

Dark Paranoia ist ein italienisches Soloprojekt welches sich 2008 gründete und für das Xasthur mit dem Lied „Consumed By A Dark Paranoia“ als Namenspate stand. Die aktuelle EP, die am 23. Mai erscheinen wird, umfasst vier Lieder mit einer Spielzeit von über 33 Minuten. Unattainable Happines und Outro sind zwei reine Ambientstücke, deren ruhige Synthesizerklänge unauffällig und belanglos sind. Etwas Ambient gibt es zwar auch noch am Anfang von Escape For Nothing, doch dann spricht endlich der Black Metal.

Die zwei Black-Metal-Stücke sind natürlich lang und dabei sowohl dunkelatmosphärisch als auch melancholisch. Überraschenderweise ist die Klangproduktion recht gut, Instrumente und Gesang sind differenziert zu hören und Dark Paranoia griff für die Aufnahmen auf einen Gastmusiker am Schlagwerk zurück. Obwohl die Liednamen englisch sind, ist der Kreischgesang italienisch, was mir gut gefällt, da die schnelle Intonation des Italienischen dem Gesang etwas bissiges und giftiges verleiht, was wiederrum gut zur dunklen, atmosphärischen Spielart passt. Am Ende von Escape For Nothing sind verzerrte, psychedelische Gitarren zu hören, die mich gemeinsam mit dem Gesang etwas an neuere Sachen von Nachtmystium erinnern.

Die Musik von Dark Paranoia ist stimmig und gut, vor allem die Gitarrenharmonien können überzeugen. Es gibt die obligatorischen Klarpassagen die stimmungsvoll und ernst sind, aber nicht abgegriffen oder langweilig wirken. Zudem ist immer wieder mal die Bassgitarre sehr kräftig zu hören, was mir sehr gut gefällt. Die EP geht zwar schon in Richtung Depressive Black Metal, jedoch auf eine angenehme und atmosphärische Art und Weise die nicht nervt. Dark Paranoia verzichtet auf hysterisches Gekreische oder den rohen, verwaschenen Klang. Stattdessen gibt es melodiebetonte Saiteninstrumente, differenzierten Klang und giftigen Gesang. Die schnellen Schübe im Titellied sind zwar noch nicht formvollendet, fügen sich aber flüssig und kontrastgebend ein.

Towards The Boundaries Of Nostalgia… ist eine angenehme und überzeugende Genre-Veröffentlichung. Wer melancholischen Black Metal mit Ambienteinschlag mag, sollte Dark Paranoia jedenfalls mal probieren, wobei ich die Ambientparts schlicht langweilig finde. Spielerisch und klanglich ist das Material aber überzeugend.

7/10

01. Unattainable happines
02. Escape for nothing
03. Towards the boundaries of nostalgia…
04. Outro

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