D.o.S. – Substanz(-ver)lust

D.o.S. - Substanz(ver-)lust

D.o.S. - Substanz(ver-)lustEs gibt nicht ausreichend Adjektive, um zu beschreiben was ich beim Anhören von „Substanz(-ver)lust“ denke und fühle. Als erstes kamen mir in den Sinn: Absonderlich, verquer, grotesk. Die Liste ließe sich endlos fortführen. „Substanz(-ver)lust“ ist einfach zutiefst schräge und bizarre Musik. Hier irgendeine Schublade aufzureißen ist ein hoffnungsloses, weil zum Scheitern verurteiltes Unterfangen. Kategorien sind scheiße, deshalb wird einem „Substanz(-ver)lust“ auch rigoros vor die Füße gekotzt.

Was D.O.S. hier vorführen, ist ein morbides und finstres Klangmanifest, eine vehemente Abneigung des Gleichförmigen, eine Huldigung des Grotesken, eine Austreibung des Gewöhnlichen und Uniformierten. Die Substanz dieses Werkes ist der Black Metal, welcher jedoch massiv mit Doom und all seinen Subgenres, mit Ambient, Noise und sogar etwas Punk und vielleicht auch psychedelischem Blues angereichert und aufgewertet wurde.

Die drei Stücke sind düster und verstörend. Mal grimmig, scheppernd und frostig, mal atmosphärisch und harmonisch, mal rockig und immer wieder launig. Die Melodien sind gewöhnungsbedürftig, weil sie überhaupt nicht gefällig sind, und es ist auch nicht jedermanns Sache, wenn psychedelisch eingehauchte Harmoniefragmente mit roher Wut verbunden werden.

Die Kassette enthält drei unterschiedliche Lieder. Während das erste und längste Stück metallischer Natur ist, geht es mit den beiden anderen Titeln wagemutiger und stilübergreifender weiter.

D.o.S. - Substanz(-ver)lust [Tape]Wer sich mit dem 2016er Tape „Sepsis“ nicht so recht anfreunden konnte, sollte sich mal „Substanz(-ver)lust“ anhören. Es ist womöglich leichter Zugang zu finden, schon allein weil der Klang zugänglicher und nicht mehr so primitiv ist.

Ich bin mit „Substanz(-ver)lust jedenfalls überaus froh. Das Teil trifft genau, wie schon „Tegeneria-Sessions“ von 9 BEDS, meinen Nerv. Schräge und obskure Musik für Liebhaber des schlechten Geschmacks.

D.o.S. – Substanz(-ver)lust
2017 | Obscure Black Doom Rock
Kassette, Digital | Cirsium Kollektivet

1. Dosis Freiheit – Einheit Schmerz
2. Im realen Nebel zehrend
3. Virulente Entkernung

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