Cruda Sorte – Kapitel 2 | 2007 | Nihilistische Klangkunst | Kassette | Black Metal

Wie der Name bereits verlautbaren lässt, handelt es sich bei Kapitel 2 um das zweite Demo von Cruda Sorte, was übrigens italienisch ist und so viel wie „grausames Schicksal“ bedeutet. Entsprechend düster und melancholisch ist auch der Black Metal, der hier geboten wird.

Bei dem ersten Titel Trugbilder handelt es sich um ein kurzes Stück, welches langsam und sehr düster ist. Sowohl klare als auch verzerrte Gitarren sorgen für dunkle und beklemmende Harmonien, die vom verzerrten Kreischgesang eindringlich begleitet werden.
Schlag kontra meines Seins hingegen setzt augenblicklich mit einem schnell und treibend gespielten Rhythmus ein, der rohe Grimmigkeit versprüht, bevor Cruda Sorte die Sache dann etwas gemächlicher angehen lässt. Schlag kontra meines Seins ist ein langes Stück mit abwechslungsreich gestalteten Strukturen, die vom gut gearteten Kreischgesang und dunklen, jenseitigen Melodieführungen zusammengehalten werden. Das rhythmische Repertoire reicht von eingängig schnell bis hin zu langsam und schleppend, wobei die schleppenden Spielweisen das Geschehen dominieren. Ungefähr in der Mitte des Liedes gibt es einen sehr guten harmonischen Part, der leise beginnt und in dem lediglich eine ruhige akustische Gitarre und vereinzelt eine leise Flüsterstimme zu hören ist, bevor die Intensität allmählich zunimmt und nach und nach die restlichen Instrumente hinzukommen.

Mit Der Brief geht es von Anfang an schleppend weiter. Hier bestimmt ein gut angelegtes Wechselspiel zweier Elemente die Atmosphäre und den Spielfluss. In dem einen Element sind ruhige verzerrte Gitarren und Kreischgesang zu hören. Im anderen Element sind dann klare Gitarrenmelodien und ein ruhigerer Gesang zu hören, was im ständigen Wechsel für eine schwere und melancholische Atmosphäre sorgt, zumal die Übergänge zwischen den beiden Elementen sehr flüssig und fließend sind.
Eine ruhige Melodieführung sowie ein langsamer Grundrhythmus geben in Pfad einer Selbstfindung den Ton an. So entsteht ein unaufgeregtes Lied, welches Leere und Trostlosigkeit in die Dinge hineinlegt.
Im anschließenden Gedeih neuer Gedanken ist dann wieder mehr in Bewegung. Neben den düsteren, rauen und phasenweise auch recht eingängigen Gitarrenmelodien, sind auch einige treibende Passagen zu hören, die vereinzelt gar ein wenig harsch und energisch vorgetragen werden.

Das letzte Lied, Dem Abgrund so nahe…, ist ein längeres Stück, das die düstere und schwere Stimmung der vorherigen Stücke natürlich weiter fortführt. In der ersten Hälfte ist der Rhythmus ebenfalls langsam bis schleppend, besitzt dabei aber vereinzelt einige antreibende Züge, die teilweise mit einem sehr eindringlichen und lauten Kreischgesang einhergehen. Ziemlich genau in der Mittel vollzieht sich ein unerwarteter Wandel. Mit einem Mal wird es kurzzeitig schnell, treibend und eingängig und passend dazu wird der Gesang sehr viel lauter und energischer. Nach diesem harschen Ausbruch klingt Dem Abgrund so nahe… dann mit ruhigen, teils schräg schwingenden Gitarrenklängen aus.

Kapitel 2 ist ein gelungenes und hörenswertes Demo mit sehr eigenständigem Material. Speziell Schlag kontra meines Seins und Der Brief sind zwei sehr gute Lieder, die das Potential von Cruda Sorte aufzeigen, welches auf Kapitel 2 natürlich noch nicht völlig ausgeschöpft wurde. Vor allem der gut und mit Abwechslung vorgetragene Gesang, sowie die Gitarrenarbeit, können insgesamt betrachtet, gänzlich überzeugen.
Allerdings hapert es manchmal etwas am Klang. Für eine Demoproduktion ist er natürlich rau, ein wenig flach und etwas undifferenziert, dies stört mich jedoch gar nicht. Was aber etwas schade ist, ist der Umstand, dass die Lautstärke ab und zu schwankt. Zum Beispiel wenn der Gesang besonders eindringlich wird, fällt der Pegel der Gitarren und des Schlagzeuges stark. Dem Klang fehlt es insgesamt etwas an Kraft, vor allem was das Schlagzeug betrifft. Aber wie gesagt, für ein Demo ist das völlig in Ordnung und da die Musik überzeugen kann, ist es zu verschmerzen.

Kapitel 2 ist auf 177 Kassetten limitiert, wobei 34 Stück in einer speziellen Version gefertigt wurden.

Aceust

01. Trugbilder
02. Schlag kontra meines Seins
03. Der Brief
04. Pfad einer Selbstfindung
05. Gedeih neuer Gedanken
06. Dem Abgrund so nahe…

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