Corpus Diavolis / Total Satan – Split | 2011 | Hass Weg Productions | CD | Black Metal

Auf diesem Splitalbum buhlen zwei extreme französische Gruppen um die Gunst des Hörers. Von CORPUS DIAVOLIS ist mir bereits das 2010 erschienene Debütalbum Revolucia bekannt, während diese Split für TOTAL SATAN die erste Veröffentlichung überhaupt ist.

CORPUS DIAVOLIS knüpfen mit den vier neuen Liedern exakt dort an, wo Revolucia endete. Es ist schnell und brutal gespielter Black Metal zu hören, der durch viele Breaks und jede Menge technischer Riffs auffällt. Revolucia war nicht schlecht, konnte mich aber noch nicht vollends überzeugen. Auch wenn man den Stil beibehalten hat, machen die vier aktuellen Stücke einen besseren Eindruck. Die spielerische Entwicklung ist eindeutig hörbar, sodass das zum Teil sehr komplexe und anspruchsvolle Material flüssiger von der Hand kommt. Die Arrangements sind also nach wie vor hochgradig technisch, sowohl das Schlagwerk als auch die Gitarren sind permanent in Bewegung, das Tempo dabei ist stets hoch. Über weite Strecken ist gnadenlose Raserei zu hören, CORPUS DIAVOLIS machen wahrlich keine Gefangenen, was auch der bisweilen extrem giftige Kreischgesang untermauert. Durch das lebendige und abwechslungsreiche Riffing, welches den Spagat zwischen Melodik und technischer Härte versucht, und den zahlreichen Breaks und Wechseln, verlieren sich die Lieder aber nicht in plumpe Monotonie.

Obgleich man TOTAL SATAN gleichfalls eine extreme Spielweise attestieren muss, geht man hier einen anderen Weg. Zunächst fällt der wesentlich rohere Klang auf, der im Vergleich zu CORPUS DIAVOLIS verwaschen und rauschend ist. Der rohe Klang unterstreicht die düstere, von Death Metal beeinflusste Spielweise, immens. Anders als bei CORPUS DIAVOLIS gibt es bei TOTAL SATAN immer wieder auch langsame und schleppende, teils schwungvolle, Parts zu hören. Diese langsameren Strecken wirken auf mich übler und böser als die Raserei, da TOTAL SATAN hier schwere Riffs spielen und der sehr dunkle und tiefe Gesang überaus unheilvoll ist. Die schnellen Passagen sind deswegen nicht schlecht, zumal TOTAL SATAN trotz aller Bösartigkeit abwechslungsreich spielen. Harmonisch als auch rhythmisch sind die Lieder vielschichtig, ohne jedoch überladen zu sein. In Hymne à l’Enfer, dem harschesten und extremsten Lied, herrscht jedoch streckenweise kalter Kreischgesang sowie primitive Raserei vor. Langsame, riffbetonte und melodisch rohe Phasen lockern diese Heftigkeit zwar auf, doch dadurch verliert das Lied nichts an der eindringlichen, extremen Atmosphäre, zumal die Melodik ungewöhnlich und deshalb interessant ist. Ich bin von TOTAL SATAN angenehm überrascht. Im Grunde ist es nichts Neues, Black und Death Metal in einer klanglichen rohen Form zu kombinieren, doch gelingt es TOTAL SATAN sehr gut, dies auf eine böse und düstere, teils regelrecht makabre Art und Weise zu bewerkstelligen. Manchmal haben die Lieder sogar leichte Demoatmopshäre, da bei weitem nicht alles perfekt ist (klanglich und spielerisch) – was ich persönlich sehr sympathisch finde.

Diese Split enthält zwei unterschiedliche Gruppen, die beide aber durch ihre bedinungslose und böse Spielweise und Liebe zur Musik den gemeinsamen Nenner finden. CORPUS DIAVOLIS stehen für brutalen, schnellen und technischen Black Metal mit wuchtigem Klang, während TOTAL SATAN auf rohen Black/Death Metal mit einer gehörigen Portion morbider Atmosphäre setzen.

CORPUS DIAVOLIS: 7/10
TOTAL SATAN: 8/10

CORPUS DIAVOLIS:
01. Slava na diavola
02. Znakat na zvyara
03. La vierge hallucinée
04. Vechen mrak

TOTAL SATAN:
05. La mort
06. Le diable
07. Apocalypse
08. Hymne à l’Enfer
09. Total satan

http://www.corpusdiavolis.com/
http://www.totalsatan.fr/
http://www.hassweg-prod.com/

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