Chaos Moon – Resurrection Extract | 2014 | I, Voidhanger Records | CD | Black Metal

CHAOS MOON ist das Projekt des Multiinstrumentalisten Esoterica, womit er zwei Alben und mehrere EPs veröffentlichte, ehe er 2011 beschloss CHAOS MOON ruhen zu lassen. Er gründete dann die Gruppe ESOTERICA und belebte LITHOTOME wieder und heuerte überdies bei KRIEG an. 2013 belebte er CHAOS MOON jedoch wieder und das Resultat liegt mir nun in der Form des dritten Albums „Resurrection Extract“ vor.

I, Voidhanger Records gibt als Stil eine Mischung aus Ambient, Psychedelic Black und Black Metal an. Das kann man so stehen lassen, wobei ich die Schublade des atmosphärischen Black Metals zutreffender empfinde. Denn CHAOS MOON geht insgesamt sehr harmonisch und sphärisch zugange. Gerade das Gitarrenspiel ist überaus sphärisch. Es sind ständig ruhige, atmosphärische und langgezogene Riffs zu hören, die sehr stimmungsvoll sind und eine konstante Atmosphäre erzeugen. Auch wenn der melodische Aspekt elementar ist, sind die Gitarren jedoch nicht zu melodisch. CHAOS MOON setzt vielmehr auf verzerrte Melodien und sphärische Überlagerungen, was letztlich als psychedelisch oder Ambient gewertet werden kann.

Über weite Strecken ist „Resurrection Extract“ zwar sehr atmosphärisch und entsprechend ist das Tempo auch langsam und schleppend, doch gibt es auch die eine oder andere Tempoeinlage, wo das Schlagzeug dann rasend schnell hämmert und scheppert. Solche Parts sind auch zwingend notwendig, denn ansonsten würde sich das Album zu sehr ihm sphärischen Einerlei verlieren. Die harmonischen und atmosphärischen Gitarrenläufe sind nämlich für sich genommen nicht so prägnant und fesselnd, als dass sie alleine ein komplettes Album tragen würden. Es gibt Gruppen deren atmosphärisches Riffing derart großartig ist, dass es nichts anderes braucht. CHAOS MOON gehört jedoch nicht zu diesem erlauchten Kreis. Deshalb empfinde ich „Resurrection Extract“ auf die Dauer auch etwas langatmig, da mir das Besondere fehlt. Sicherlich, es gibt gute und schöne Momente doch gehen diese im sphärisch vor sich hin waberndem Black Metal unter. Interessant und aufweckend ist das Lied „Asemic Weakness“, in dem qualvolles und verzerrtes Gekeife mit dezentem Keyboardambient im Hintergrund kombiniert wird. In dem Lied treffen Hässlichkeit und schlichte Eleganz aufeinander, was sehr gut funktioniert. In gewisser Weise ist „Asemic Weakness“ ein minimalistisches Stück, das mit wenigen Zutaten und langsamen, behutsamen Veränderungen auskommt. Ähnliches gilt auch für den direkten Nachfolger „Hymn to Inquity, Part II – Exequiae“, wo es ebenfalls synthetische Ambientklänge im Hintergrund zu hören gibt. In diesen beiden Liedern, wo CHAOS MOON etwas mehr Ambient und DSBM betont, gefallen mir seine Arrangements gleich viel besser, da die Harmonien hier gefühlvoller und zupackender sind.

Ein Fazit zu ziehen ist schwierig. Es gelingt CHAOS MOON nicht, mich vollständig zu überzeugen. Die erste Hälfte des Albums ist mir irgendwie zu langweilig, da fehlt mir der Reiz der etwas in mir triggert. In der zweiten Hälfte gibt es dann zwei gute Stücke die mich ansprechen, doch auf die Länge von rund 60 Minuten bezogen ist das zu wenig. „Resurrection Extract“ ist atmosphärischer Black Metal mit Abwechslung. Es ist teilweise sehr ruhig und harmonisch, andernorts aber auch schnell und bisweilen gar düster und hässlich. Für meinen Geschmack ist der Anteil des Ruhigen und Harmonischen jedoch zu hoch. Interessant dürfte das Album deshalb auch vor allem für jene sein, die gerne ruhige und „entspannende“ Klänge mögen.

1. Seeing Through One I
2. Bloodfall
3. Altar
4. Barrow
5. Dreams Scattered Over an Infinite Mirror
6. Asemic Weakness
7. Hymn to Inquitiy, Part II – Exequiae
8. Empty Fissure
9. Exordium of Exile

Schreibe einen Kommentar