Centinex – Doomsday Rituals

Centinex - Doomsday Rituals

Centinex - Doomsday RitualsVor rund anderthalb Jahren konnten CENTINEX bei mir mit „Redeeming Filth“ einen echten Achtungserfolg landen. Ich mochte die Platte auf Anhieb und auch heute höre ich sie noch manchmal ganz gerne. Dies ist keine Selbstverständlichkeit bei einer Band, die bereits 1990 gegründet und 2006 zunächst aufgelöst wurde. Oft kommt bei einer Wiederbelebung nichts Gutes bei raus, doch CENTINEX belehrten mich mit „Redeeming Filth“ eines Besseren. Nun steht der Nachfolger „Doomsday Rituals“ in den Startlöchern, auf welchen ich mich verheißungsvoll stürzte.

Mit dem Einstieg „Flesh Passion“ beginnt das neunte Album der Schweden vielversprechend, ist es doch eine Mischung aus Einleitung und langsamen aber schwungvollen Death Metal. Es fällt umgehend die sehr klare, druckvolle und gitarrenbetonte Klangproduktion auf, die Gesang und Saiteninstrumente in den Mittelpunkt stellt. Im nachfolgenden „From Intact To Broken“ wird das Tempo etwas angezogen und CENTINEX spielen mittelschnell, treibend und betont schwungvoll auf. Doch dann passiert nicht mehr viel.

„Doomsday Rituals“ besteht überwiegend aus walzenden Riffwänden mit ordentlich Schwung und dem tollen Gesang von Alexander Högbom. Seine stimmliche Intensität gefiel mir schon vor anderthalb Jahren so gut, und auch jetzt elektrisiert mich sein Gesang. Allerdings klappt es diesmal musikalisch weniger gut. CENTINEX bleiben weitgehend mittelschnell oder langsam. Wirklich hohes Tempo gibt es kaum, was ich als sehr schade erachte. Somit fehlen mir im behäbig wirkenden Treiben die Spannungspunkte welche mich motivieren könnten weiter zu hören. „Doomsday Rituals“ ist handwerklich einwandfrei gemachter Death Metal, daran besteht kein Zweifel. CENTINEX verschmelzen Florida Death Metal mit ihrer schwedischen Bürde.

Centinex (Band)
© Eva Lammi

Für meinen persönlichen Geschmack fehlt es an Tempo, die Lieder ähneln einander stilistisch und atmosphärisch zu sehr. Doch dann kommt da an neunter Stelle, kurz vor Schluss, das Lied „Sentenced To Suffer“ um die Ecke. Es ist ein schnelles, packendes und durchrüttelndes Lied. Genau das, wonach ich mich die ganze Zeit über hoffnungsvoll sehnte. Weshalb CENTINEX gegenüber „Redeeming Filth“ das Tempo drosselten, vermag ich nicht zu sagen, doch es muss eine explizite Entscheidung gewesen sein, wie „Sentenced To Suffer“ beweist. Nun waren CENTINEX noch nie dafür bekannt, überaus schnell und aggressiv in Erscheinung zu treten, doch etwas mehr Geschwindigkeit und rhythmische Dynamik hätten mir mehr Spaß bereitet. Schlecht ist „Doomsday Rituals“ nicht, solide allemal, aber leider auch etwas ernüchternd.

Centinex – Doomsday Rituals
Vinyl / CD / Digital | Agonia Records
08.07.2016 | Death Metal

1. Flesh Passion
2. From Intact To Broken
3. Dismemberent Supreme
4. Generation Of Flies
5. The Shameful Few
6. Doomsday
7. Exist To Feed
8. Death Decay Murder
9. Sentenced To Suffer
10. Faceless

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http://agoniarecords.com/ | https://www.facebook.com/agoniarecords

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