Brotherhood Of Sleep – Dark As Light | 2011 | Catch The Soap | CD | Sludge

Vor zwei Jahren haute mich das Debütalbum von Brotherhood of Sleep einfach um. Es war ein großartiges Album mit tollen massiven Riffwänden. Es war sehr kraftvoll, dabei aber auch düster, melodisch und atmosphärisch. Von dieser schroffen Härte ist auf dem zweiten Album Dark As Light allerdings nicht mehr viel vorhanden. Das neue Album ist viel ruhiger ausgefallen und geht viel mehr in die Richtung Stoner mit psychedelischen Anleihen. Die Gitarren sind nicht mehr annähernd so massiv und kräftig wie noch zwei Jahre zuvor. Stattdessen wurden die Gitarren weitgehend entzerrt und ertönen sauber sowie ruhig. Das ist zwar nett und atmosphärisch, manchmal angenehm verträumt. Doch in der Summe fehlt vor allem der ersten Hälfte des Albums der Biss, das Kräftige, eben jenes was mich damals umhaute. Am Ende von Naze erbarmt sich Brotherhood of Sleep dann endlich mal, dunkel und kraftvoll aufzuspielen, allerdings recht spät, da inzwischen gut 20 Minuten verstrichen sind.

In den zwei folgenden Titeln Aranian Gates und Dark As Light nimmt die kraft- und schwungvollere Spielart zwar etwas zu, doch wird das Niveau des Vorgängers nicht erreicht. Das neue Album klingt rein klanglich zwar besser, da sauberer und differenzierter, allerdings mochte ich die grell und rau gestimmten Gitarren auf dem Debüt. Schlecht ist das neue Album deshalb nicht, es ist nur anders als erwartet. Die psychedelisch-melodischen Gitarrenläufe sind gut, vor allem in Aranian Gates treffen sie meinen Nerv. Hier stellen sie sogar eine perfekte Mischung aus psychedelischer Stoner-Melodik und Doom-Härte dar. Das zuletzt stehende Titellied ist härter als der Anfang des Albums und geht mit seinen Riffs durchaus in die Richtung des Debüts, erreicht aber zu keinem Zeitpunkt die direkte und unmittelbare Härte.

Wer das Debüt kennt, sollte sich also auf ein etwas milderes zweites Album einstellen. Dark As Light beinhaltet unzählige erstklassige Riffs und auch das Schlagzeugspiel ist überaus ansprechend, da sehr vielfältig und streckenweise regelrecht technisch und abstrakt. Im direkten Vergleich zum Debüt ist Dark As Light weitaus mehr Stoner, ergo ruhiger und weniger kraft- sowie druckvoll. Dark As Light erinnert mich öfters an My Sleeping Karma, die ja auch gute Alben machen, demzufolge ist es eine empfehlenswerte Platte auch wenn der Anfang etwas schwach ist, sie sich dann aber stark steigert.

8/10
Aceust

01. Afterlife unearthed
02. Naze
03. Aranian gates
04. Dark as light

http://www.brotherhoodofsleep.net/

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