Botulistum / Göll – Split | 2013 | Dying Sun Records | CD | Black Metal

Auf dieser Split CD sind zwei niederländische Black Metal Formationen vertreten, um die es in den vergangenen Jahren sehr still war. Sowohl das extremistische Trio BOTLISTUM als auch das Duo GÖLL veröffentlichten zuletzt im Jahre 2004. Nun hat man sich zusammengefunden um diese Split aufzunehmen und zu veröffentlichen, die in jedem Fall nichts für schwache Nerven, Ästheten oder sonstige Feingeister ist.

Obwohl es von BOTULISTUM nur zwei Lieder gibt, veranschlagen sie dennoch rund 22 Minuten der Scheibe für sich. Diese 22 Minuten haben es in sich. Die ersten drei Minuten sind durch eine verstörende, psychotische Einleitung geprägt, in der geröchelt, gewürgt und gehustet wird. Zudem sind sphärische Ambientklänge zu hören. Bereits in dieser Einleitung erinnern mich BOTULISTUM ein wenig an BLACK PENTECOST oder auch ABRUPTUM zuzeiten von „Evil Genius“. Diese ersten drei Minuten sind schon bizarr und grotesk genug, doch dann flippen BOTULISTUM erst richtig aus und lärmen bestialisch drauf los: hämmernde Raserei breitet sich vernichtend aus, hässliche Riffs zerreißen die Luft und es wird geschrien, gegurgelt und geröchelt als stünde das Weltenende bevor.

Die zwei Lieder von BOTULISTUM sind in jeglicher Hinsicht radikal. Der Black Metal der hier vorgetragen wird ist sehr extrem und sehr verstörend und folgt auch keinem konventionellen Liedaufbau. Die Strukturen wirken hochgradig wirr und chaotisch, ständig wechseln sich rasende und schleppende Parts ab, Doublebass-Passagen zertrümmern doomige Parts und zwischendurch wurde auch so etwas wie Dark Ambient eingebaut. Es ist der perfekte Soundtrack um Menschen auf die sadistischste Art und Weise zu foltern. Es ist nicht nur radikal, sondern auch absolut bizarr und grotesk. Es sind nicht nur die eigenartigen und unharmonischen Riffs, Melodien und Rhythmen sondern auch die mannigfaltigen Strapazen der Stimmbänder. Man könnte das Ganze als kranke Scheiße abtun, aber mir gefällt’s! Böser, lärmender und hässlicher geht es kaum.

GÖLL sind bei weitem nicht so extrem wie BOTULISTIM aber dennoch meilenweit davon entfernt, massentauglichen Black Metal zu spielen. GÖLL spielen rohen aber durchaus auch atmosphärischen Black Metal, der viel mit düsteren Harmonien arbeitet und dabei auch stellenweise auf hysterische und melancholische Elemente zurückgreift. An anderen Stellen klingen GÖLL dann aber auch überaus aggressiv, giftig und hasserfüllt. Vor allem gesanglich ist GÖLL etwas eigenwillig und präsentiert perverse und hysterische Schreie, die mindestens bizarr und manchmal auch markerschütternd sind. Musikalisch gibt es dünn produzierten Black Metal, der von einfachen aber prägnanten Riffs und vereinzelten atmosphärischen Synthesizerklängen getragen wird. Dies klingt recht obskur und erinnert mich an einigen wenigen Stellen an die Anfangstage von TODESSTOSS. GÖLL sind ohne Zweifel auch sehr extrem, verstörend und abgefahren. Doch was mir am besten gefällt, ist eine spezielle Atmosphäre, wie man sie oft im rohen Black Metal vor zehn, fünfzehn Jahren vorfand. Dieses Gefühl liegt vor allem im Instrumentenklang sowie den Gitarrenmelodien begründet.

Diese Split ist nur den total Kaputten zu empfehlen. BOTULISTUM und GÖLL haben hier absolut böse, verstörende und groteske Musik verewigt. Für viele dürfte diese Split ein Tritt ins Gesicht sein, aber ich finde es einfach großartig. Wer nach dem Lesen dieser Zeilen neugierig ist, sollte sich die CD in keinem Fall entgehen lassen. Wer kranken und bizarren Black Metal mag, der wird das Werk lieben, alle anderen werden es hingegen hassen.

BOTULISTUM
01. De geplande miskraam
02. Door de dood bepoteld

GÖLL
03. Choirs of chaos
04. Passing the portal of filth
05. Creation of destruction, destruction of creation
06. Star of five, cross of light
07. The guiding of black essence
08. Last eaon incantation

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http://www.dyingsun.nl/

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