Borgne – IV | 2009 | Sepulchral Productions | CD | Black Metal

Borgne ist ein weiteres und überaus interessantes Einmannprojekt von Bornyhake, der unter anderem auch für Enoid alleinverantwortlich ist und darüber hinaus in Krigar und Gerbophilia mitwirkt. Die Schublade, in die man Borgne mit dem Album IV stecken könnte, ist Industrial Black Metal oder Ambient Black Metal, wobei ich den Terminus atmosphärischer Black Metal in diesem Fall bevorzuge oder auch den des Industrial, da die Musik, die Borgne hier zelebriert, sehr kalte und mechanische Strukturen aufweist, die immer wieder mit elektronischen Klängen stimmungsvoll unterlegt wurden. Die Einflüsse des Industrial sind auf IV jedoch niemals so groß wie etwa bei Blacklodge oder La Division Mentale. Bornyhake benutzt die Keyboardklänge vielmehr als düstere, zum Teil herrlich endzeitliche Stimmungsmacher. In diesem Zusammenhang ist es wohl auch interessant zu erwähnen, dass alle Lieder Namen von Zwergplaneten und Asteroiden tragen. Darüber hinaus sind das zwar auch alles Götternamen in verschiedenen Mythologien, doch da es sich um sehr unterschiedliche Mythologien handelt, denke ich, dass die Namenswahl auf die Objekte im Sonnensystem zurückzuführen ist.

Dies passt meiner Meinung nach auch viel besser zum kalten Black Metal, der eben teilweise sehr endzeitlich wirkt und somit ist in ihm auch eine lebensfeindliche und unmenschliche Atmosphäre impliziert. Diese wird aber nicht nur vom mechanischen, zum Teil rasend schnellen Schlagzeug und den elektronischen Klängen erzeugt, sondern auch vom ebenso kalten und sterilen Gesang genährt. Phasenweise kann man IV sogar mit „III“ von Darkspace vergleichen. Dieser Querverweis dürfte wohl vielen als Empfehlung ausreichen. IV ist kalter, atmosphärischer, und lebensfeindlicher Black Metal der gefällt!

8 /10
Aceust

01. Ceres
02. Sedna
03. Orcus
04. Eris
05. Haumea
06. Varuna

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