Blut Aus Nord – 777 – The Desanctification | 2011 | Debemur Morti | CD | Black Metal

Blut Aus Nord gibt es schon eine ganze Weile. Die französische Band habe ich vor zehn Jahren mit dem dritten Album The Mystical Beast Of Rebellion kennen und lieben gelernt. Den Nachfolger The Work Which Transforms God vergötterte ich gleichfalls, ehe dann mit Thematic Emanation of Archetypal Multiplicity der Bruch kam und Blut Aus Nord für mich uninteressant wurde. Die Entwicklung sagte mir nicht so zu, die Musik wurde mir zu abstrakt und atmosphärisch, ich vermisste das Morbide und Böse der früheren Alben. Seither sind rund zehn Jahre vergangen und im November wird das neunte Album 777 – The Desanctification erscheinen. Es ist der zweite Teil einer Trilogie, dessen ersten Teil 777 Sect(s) ich jedoch nicht kenne.

Wie dem auch sei. 777 – The Desanctification ist ein dunkelatmosphärisches Album mit wenig Gesang, aber vielen andersartigen Melodien. Blut Aus Nord haben schon immer mit ihren einzigartigen Melodien, die schräg, düster und morbide sind und waren, viele andere Bands beeinflusst. Auf The Desanctification gibt es wieder reichlich davon zu hören, jedoch niemals so böse und derbe, wie auf den von mir geliebten frühen Alben. Die Zeit ist nun eine andere und Blut Aus Nord handwerkeln ja schon länger im experimentellen, düsteren und auch avantgardistischen Milieu. Auf 777 – The Desanctification gibt es sehr sphärische und atmosphärische Lieder mit langen, ruhigen Inszenierungen, als auch ruppige und grimmige Passagen. Diese dissonanten und ruppigen Parts sind gerne sehr technisch und abstrakt, wie immer bei Blut Aus Nord, überaus eigenwillig, und finden mein Wohlwollen. Allerdings überwiegen bei weitem die atmosphärischen Anteile, in denen partiell auch leise Klargesänge vorkommen können. Mit der aktuellen Scheibe ergeht es mir ähnlich wie damals mit Thematic Emanation of Archetypal Multiplicity. Im Grunde nicht schlecht, aber nicht mehr das, womit ich Blut Aus Nord lieben lernte, weshalb mit ein vollständiges und losgelöstes Eintreten in die bizarren Klangwelten verwehrt bleibt.

Wer die neueren Werke der Band mag, wird mit Sicherheit auch den zweiten Teil der 777-Trilogie mögen. Das Werk ist düster und experimentell, hat tolle Melodien, aber auch viele lang andauernde atmosphärische Passagen, die mir persönlich den Spaß verwässern. 777 – The Desanctification ist ein sehr atmosphärisches und über weite Strecken instrumentales Album, das phasenweise zwar erstklassig, über die komplette Laufzeit aber zu zahm und harmlos ist.

6,5/10
Aceust

01. Epitome VII
02. Epitome VIII
03. Epitome IX
04. Epitome X
05. Epitome XI
06. Epitome XII
07. Epitome XIII

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