Blóðtrú – The Death OF The Spirit | 2008 | Det Germanske Folket | CD | Black Metal


Blóðtrú, ein Einmannprojekt aus Dänemark, debütiert mit dem Album The death of the spirit und bietet sehr eigenwillige Musik. Den Anfang macht das sehr düster gehaltene Christus christus leave my people alone. Es fungiert als ruhige, sehr düster gehaltene Einleitung, in der neben endzeitlichen Klängen und Geräuschen, auch eine eingängige Akustikgitarre und die „unheimlich“ sprechende Stimme Trúas zu hören ist. Mir gefällt dieser Einstieg, er hat etwas von rituellem Dark Ambient. Davon ist im folgenden The wrath of Tiwaz jedoch nichts mehr zu spüren. Das Lied stampft in einem monotonen Rhythmus dahin, ebenso die zweite Gitarre, die dumpf und dunkel im Hintergrund wabert, während der kehlige Gesang und die erste Gitarre zuweilen recht laut und zentral im Vordergrund stehen. Eigenartigerweise variiert das Spiel der lauteren Gitarre, manchmal sind sehr eingängige Riffs zu hören, manchmal aber auch ziemlich melodisch und lebhaft ausgefallene Melodieführungen.

Dasselbe Muster wiederholt sich in Sol is dead. Nur ist die eingängige Struktur einen Tick abwechslungsreicher ausgefallen, was aber gar nicht so sehr auffällt, da das Lied über acht Minuten andauert, und sich somit jegliche Vielschichtigkeit relativiert. Dennoch sind einige Tempowechsel zu verzeichnen. Die Gegensätze der Gitarren bestehen aber auch hier fort. Das merkwürdigste an The death of the spirit ist wohl, dass das Album im ersten Durchgang kaum überzeugen konnte. Viel zu nervig erschien die laute, eingängig und doch lebhaft klirrende Gitarre. Jedoch, wenn man beginnt, sich mit dem zweiten und dritten Durchgang der Musik zu nähern, entwickelt Blóðtrú plötzlich einen atmosphärischen Sog, dem man sich nur schwerlich entziehen kann. Mit einem Mal erscheint die anfänglich unpassende Kombination der Gitarren als absolut passend und logisch. Nicht zuletzt auch, weil die hochgradig monotone Rhythmusmaschine und der Gesang dazu beitragen, dass The death of the spirit eine apokalyptische Stimmung hervorruft. Dazu passt es auch, das Blóðtrú vereinzelt ein Gitarrensoli andeutet oder wie in Oh Germany must we wither nach nach acht Minuten plötzlich mit traditionellen Heavy-Metal- und Rock-Riffs aufwartet – was mich an die kanadische oldschool Black/Thrash/Doom-Metal-Band Megiddo erinnert. Zum Abschluß spendiert Blóðtrú ein überlanges episch gehaltenes Instrumentalstück, welches mich klanglich und atmosphärisch an Bathorys Viking-Metal-Zeiten erinnert.

The death of the spirit ist ein Album für das man sich in jedem Fall Zeit nehmen muss. Gerade wenn man es noch nicht kennt und es einfach nebenher laufen lässt, können die zum teil brillanten Strukturen nicht ihre Wirkung entfalten, da die laute Gitarre sie überlagert und erstmal nervt. Blóðtrú hat nämlich, in aller Monotonie, tolle Harmonien und Riffs im Hintergrund versteckt, die man aber erst bemerkt, wenn man sich der Musik öffnet. Denn dann beginnt auch das vordergründige Gitarrenspiel an zu wirken, und alles fügt sich zusammen.

8/10
Aceust

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