Black Candle – Lost Light Of The North (Promo 2016)

Black Candle - Lost Light Of The North (Promo 2016)

Black Candle - Lost Light Of The North (Promo 2016)BLACK CANDLE ist vermutlich die älteste noch aktive Black-Metal-Band des Großherzogtums Luxemburg. Jedenfalls wurde BLACK CANDLE 1994 von Rune Simonson, dem einzigen noch verbliebenen Gründungsmitglied, ins Leben gerufen. Inzwischen sind Rune und BLACK CANDLE ins Saarland übergesiedelt, womit er aber schon seit jeher eng verbandelt ist, schließlich war er einige Jahre mit PAGAN WINTER aktiv, wo er unter anderem 1998 das kultige Album „Inferos“ eingesungen hatte. Seit 1995 ist Schlagzeuger Necroshadow ein Teil von BLACK CANDLE, den ich schon von zwei anderen Luxemburger Bands, nämlich FUNERARIUM und HEXEMEESCHTER her, kenne. Ganz neu dabei ist Sänger Wanterfrascht, der ebenfalls bei HEXEMEESCHTER war. Es sind also alle längst keine Unbekannten mehr.

Auf der Suche nach einer Plattenfirma wurde dieses Promo-Album in Eigenregie eingespielt und vertrieben. Es gibt keinen Grund, weshalb BLACK CANDLE keinen Partner finden sollten, schließlich spielt das Trio traditionellen Black Metal mit einer Nähe zu norwegischen Scheiben der 90iger Jahre.

Auf der einen Seite erzählen die Lieder eine raue, dreckige und primitive Geschichte. Stellenweise agiert das Trio überaus schlicht und reduziert. Jedoch ist dies eine bewusste Reduktion, weshalb der Black Metal wirkungsvoll ist. Dabei ist der Gesang von Wanterfrascht hervorzuheben, der ausgesprochen markant und eindringlich ist. Seine stimmlichen Einlassungen sind extrem grimmig und verächtlich, manches Mal wirkt sein Gesang sogar so, als würde er (versehentlich) anfangen zu kotzen (was ich positiv gewertet wissen möchte), was mich ein wenig an den ehemaligen MAYHEM-Sänger Maniac erinnert. Obgleich der Gesang durchaus ein Aggressionspotenzial aufweist, ist die Musik an sich nicht sonderlich aggressiv. Selbstverständlich gibt es schnelle und rumpelnde Parts (hier wirken BLACK CANDLE dezidiert primitiv), doch stehen ihnen viele langsame Passagen gegenüber, die drückend, düster und makaber, in gewisser Weise gar doomig, sind. Bei solchen langsamen Parts und Stücken greifen BLACK CANDLE auch schon mal dezent auf Keyboards zurück. Nicht immer, aber manchmal erinnern mich die Luxemburger dann ein wenig an BURZUM – was sich wie in dem Lied „D’Wiesen vun der Nuecht – Wann der wäiss Engele falen“ wirklich verdammt gut anhört.

Das Promo-Album gibt einen interessanten Einblick in das Schaffen von BLACK CANDLE. Das Luxemburger Trio spielt sehr tradierten und authentisch wirkenden Black Metal, der auf der einen Seite düster und mysteriös aber zugleich auch stets geradlinig und direkt ist und während der rasenden Passagen auch sehr primitiv und hart sein kann. Ich bin jedenfalls gespannt ob und was man von BLACK CANDLE noch zu hören bekommt. Eine Plattenfirma zu finden sollte eigentlich keine Hürde darstellen…!

Black Candle – Lost Light Of The North (Promo 2016)
CDR | Eigenproduktion
2016 | Black Metal

1. You Are…. Nothingness
2. Leschten Akt – Vereenegt geint Jönger von der Dräfaltegheet an hire Patreiner vun de Schwäin
3. Portal In The Woods
4. In The Ghost Mountain
5. Dommedad Deres siste Natt
6. D’Wiesen vun der Nuecht – Wann der wäiss Engele falen
7. Gray Ritual

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