Bewitched – Unveilig Zion: The Mother’s Return | 2008 | Thule Records / Night Birds Records | Kassette | Black Heavy Doom Metal

Die kleine Plattenfirma Thule Records hat sich auf Kassettenwiederveröffentlichungen spezialisiert. Eine dieser Wiederveröffentlichungen ist das 2005 erschienene, fünfte Bewitched Album Unveiling Zion: The mother’s return. Bisher kannte ich nur das zweite Werk Dragonflight, welches seinerzeit für Aufsehen sorgte. Bewitched hat seither seinen von Mercyful Fate und Candlemass beeinflussten Stil beachtlich weiterentwickelt und verfeinert. Auf Unveiling Zion macht Bewitched jedenfalls einen deutlich reiferen Eindruck, was einerseits natürlich auf einen besseren Klang, aber auch auf strukturelle und gesangliche Veränderungen zurückzuführen ist.

Unveiling Zion ist mit 74 Minuten Spielzeit ein sehr langes Album, welches sehr vielfältiges Material und überraschende Momente besitzt. Natürlich ist der Black Heavy Doom Metal nach wie vor präsent, doch ist er einer düsteren und druckvolleren Entwicklung gewichen. So war Dragonflight zuweilen sehr melodisch bis fröhlich, so enthält Unveiling Zion neben aggressiven Einlagen auch sehr düstere, teilweise gar bizarre Dark-Ambient-Parts.

Im ersten Titel Ancient fortress evocation sind diese epischen und melodischen Strömungen von Dragonflight noch sehr deutlich wahrzunehmen, obgleich das Lied einen deutlich flotteren sowie härteren Sog hat. Klargesang und leicht verzerrter Gesang wechseln sich ab, wobei der leicht verzerrte Gesang wesentlich ernster und kräftiger als auf Dragonflight ist. Im folgenden The winter’s rover überwiegt dann dieser verzerrte Gesang schon deutlich, auch wenn die Instrumentalisierung noch sehr melodisch aber schon sehr druckvoll ist. Partiell erinnert das Lied an Bathorys Viking Metal Ära.
Ein ganz großer Pluspunkt von Bewitched ist es übrigens, trotz des hohen melodischen Anteils, niemals zu melodisch, fröhlich oder verspielt zu wirken. Dies ist, angesichts der Hülle und Fülle an Melodien und atmosphärischen Parts schon ein kleines Kunststück. Aber wie bereits erwähnt ist Unveiling Zion überraschend und nicht nur melodisch oder episch. Die erste große Überraschung kommt mit Insurrection, einem ziemlich langen Titel, in dem ein regelrechter Wutausbruch zu bestaunen ist. In Elven summoning from Midgard gibt es gleichfalls enorme Schnelligkeit und Härte zu hören. Das Interessante hieran ist, dass das eingängig schnelle Schlagzeug Brachialgewalt versprüht, die verschiedenen verzerrten Stimmen hingegen aber obskure und bizarre Anteile beimischen. Auf dieses heftige und aggressive Lied folgt dann The path of sorrow and doom (Part I), welches ein reines Dark-Ambient-Stück ist. Es ist nicht weniger düster und bizarr und wird von Part II, einem schleppenden und druckvollen Doom-Metal-Stück abgelöst, das ebenfalls sehr bizarre Stimmen und Samples besitzt.

Zwischendurch gibt es mit Into the ardent awaited land gibt es auch ein Cover von Falkenbach. Die Interpretation von Bewichted ist gewisser maßen eigenwillig, da es nur halb so lang wie das Original ist und komplett ohne Saiteninstrumente auskommt. Lediglich eine dumpf klingende Trommel sowie Begleitgeräusche sind neben dem Klargesang zu hören.

Unveiling Zion: The mother’s return ist ein überaus interessantes sowie extrem facettenreiches Werk. Und es ist in jeder Hinsicht ein sehr überzeugendes Album. Ganz gleich ob Bewitched episch, harmonisch, schleppend, bizarr oder heftig spielt. Alles ist flüssig und überzeugend und insgesamt wunderbar harmonisch aufeinander abgestimmt.

8,5/10
Aceust

01. Ancient fortress evocation (For the glory of chaos)
02. The winter’s rover (Hibernum in perpetuum)
03. Stjärnstoft
04. Insurrection (For the pagan blood)
05. Into the ardent awaited land (Falkenbach Cover)
06. A feast for the antichrist
07. Elven summoning from Midgard
08. The path of sorrow and doom (Part I)
09. The path of sorrow and doom (Part II)
10. Ragnarokk for a new beginning
11. The Ragnarokk song (The return of the mother)

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