Azavatar – Azavatar

Azavatar - Azavatar

Azavatar - AzavatarDie 2013 ins Leben gerufene Münchner Formation AZAVATAR debütierte kürzlich mit diesem selbstbetitelten Album. Die vier Musiker rekrutierten sich unter anderem aus SAECULUM OBSCURUM (Azavatar – Gitarre und Bass, Khothron – Gesang) ODEM ARCARUM (C.A. – Schlagzeug) oder NEBELKRÄHE (umbrA – Keyboards).

Die Vier spielen Black Metal, der komplexe Strukturen mit viel Abwechslung und (offener sowie dezenter) Melodik unterfüttert. Die fünf langen Stücke (die Lieder bewegen sich zwischen sieben und vierzehn Minuten Länge) enthalten schnelle und treibende Parts ebenso wie mittelschnelle und schleppende Passagen. AZAVATAR hinterlassen bei mir dabei einen grauen, neutralen und sterilen Eindruck. Dies liegt sowohl am (professionellen) Klang, der zwar differenziert aber seltsam verhangen ist, so als würde man sich in einem mit Watte ausgestopften Raum aufhalten und dem Album lauschen. Mir fehlen Natürlichkeit und Wärme oder aber Ecken und Kanten im Klang. Doch es ist nicht nur der Klang, der auf mich befremdlich wirkt. Auch Sänger Khothron sagt mir weder von seiner Stimmfarbe noch tonal zu. Sein ruhig und irgendwie sachlich sowie lakonisch vorgetragener Gesang erinnert mich sehr stark an das Debütalbum von FUNERAL PROCESSION. Ich hatte mit dem Album damals ganz ähnliche Schwierigkeiten wie jetzt mit „Azavatar“.

Das Album ist handwerklich und produktionstechnisch gut gemacht, daran besteht kein Zweifel. Die Vier beherrschen ihre Instrumente, allen voran Schlagzeuger C.A., der wie ich finde, eine überaus gelungene Leistung ablieferte. Manchmal mag sein Spiel eine Nuance zu künstlich oder unnatürlich wirken, doch gerade diese Momente empfinde ich persönlich als sehr gelungen, da sie dem Album nicht nur dringend benötigte Brutalität sondern auch Dynamik verleihen.

AZAVATAR ziehen zwar alle Register, sie spielen dunkelharmonische Parts mit melancholischer Atmosphäre, sie bauen komplexe Gitarrenläufe und rhythmische Variationen ein, dennoch zündet das Album bei mir nicht. Unter anderem fehlen mir Bösartigkeit und Hässlichkeit. Anscheinend stehe ich mit dieser Ansicht alleine dar, denn von vielen anderen Rezensenten wurden die Münchner mit reichlich Lob bedacht. Für meinen persönlichen Geschmack ist „Azavatar“ aber zu Deutsch und glatt, zu kühl und steril und viel zu neutral und sachlich. Das mag etwas hart klingen, soll aber einfach die Distanz veranschaulichen, die sich zwischen dem Album und mir aufzwingt. Als Begriff für dieses Album fiel mir ‚Black Metal für Ästheten‘ ein. Aber so und ähnlich ergeht es mir mit vielen deutschen Produktionen, die teilweise sehr erfolgreich sind. Ich mag die Atmosphäre nicht und ich mag den Klang nicht. Ich stelle mir unter Black Metal einfach etwas anderes vor. Wer jedoch Gruppen wie FUNERAL PROCESSION oder auch SECRETS OF THE MOON mag, der sollte AZAVATAR mal genauer in Augenschein nehmen.

Azavatar – Azavatar
2015 | Art of Propaganda
CD | Black Metal

1. Kvlt
2. Kaos
3. Kvrse
4. Krest
5. Krypt

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