Aurvandil – Thrones | 2014 | Eisenwald | CD | Black Metal

Mit dem Vorgänger „Yearning“ gelang es AURVANDIL mich umzuhauen. Die kalte Melodik gepaart mit einem rohen Klang faszinierte mich. Entsprechend groß war meine Vorfreude auf das neue Album „Thrones“. Obwohl es lediglich vier Lieder enthält, kommt es auf eine Spielzeit von 60 Minuten.

Recht schnell wird deutlich dass sich AURVANDIL seit „Yearning“ weiter entwickelt haben. „Thrones“ ist schneller, geradliniger und deshalb auch eisiger als seine Vorgänger. Die EP „Ferd“ und das Debütalbum „Yearning“ waren noch durch atmosphärische und melancholische Elemente geprägt, davon findet sich auf „Thrones“ wenig wieder. Das Tempo der sehr langen Lieder ist oftmals schnell und eingängig, das Schlagwerk hallt monoton, während die grellen und rauen Gitarren kalte Riffs schmettern. Dies ist natürlich eine Umstellung, da ich gerade das Melancholische und Atmosphärische des Vorgängers zu schätzen wusste. Während die beiden ersten Lieder vor allem durch rhyhtmisch eingängige Schnelligkeit bestimmt sind, wird es mit dem dritten Titel „Summon the Storms“ phasenweise schleppend, was mir sehr gut gefällt. Das Lied wird durch eine Akustikgitarre eingeleitet und ergießt sich dann in einem schleppenden oder mittelschnellen Part. Hier schimmert „Yearning“ ein wenig durch, da die Stimmung nunmehr nicht nur winterlich kalt ist, sondern auch eine gewisse Melancholie spürbar wird. Aber dieser Part währt nicht allzulange und AURVANDIL kehren zurück zum hohen Tempo.

Auch wenn sich die beiden Alben deutlich unterscheiden hat auch „Thrones“ seinen Reiz. Es ist ein schwerer Brocken für den man Zeit und Aufmerksamkeit mitbringen muss. Die überlangen Lieder wirken zunächst recht monoton, offenbaren beim genauen Hinhören aber eine gewisse Vielfalt und diverse Abstufungen, die eine melodische und rhythmische Abwechslung zutage fördern. In gewisser Weise könnte man „Thrones“ mit Gruppen wie DARKSPACE oder PAYSAGE D’HIVER vergleichen, aber nur bedingt und auch nur der Länge und kalten, winterlichen Atmosphäre wegen. Musikalisch gehen AURVANDIL einen anderen, eigenständigen Weg.

Im direkten Vergleich zu „Yearning“ bin ich von „Thrones“ ein wenig enttäuscht. „Thrones“ ist anders aber deswegen beileibe nicht schlechter. „Thrones“ ist schwieriger, da AURVANDIL hier mit ihrem Können nicht offen hausieren gehen und die Qualitäten des Albums in einer komplexen kompositorischen Dichte versteckt haben. „Thrones“ ist ein intensives und kaltes Werk, für das man als Hörer sehr viel Zeit mitbringen muss. Doch dann, wenn man sich drauf einlässt und sich von AURVANDIL entführen lässt, dann ist „Thrones“ ein eindringliches Erlebnis.

1. For Whom Burnest Thou
2. The Harvest of Betrayal
3. Summon the Storms
4. Ingen Lindring

Schreibe einen Kommentar