At Dusk – Anhedonia | 2014 | Kunsthauch | CD | Black Metal

AT DUSK ist ein amerikanisches Einmannprojekt, welches sich dem depressiven Black Metal verschrieben hat und nach vierjähriger Existenz nun mit „Anhedonia“ sein Debütalbum feiert. Das Album enthält vier lange Lieder, die zusammen auf knapp 60 Minuten Spielzeit kommen.

Mit „Anhedonia“ richtet sich AT DUSK ganz klar an Anhänger kalter und depressiver Klänge. Man muss diese Spielart des Black Metals in jedem Fall mögen um Gefallen an dem Album zu finden. Denn das was AT DUSK hier macht, ist weder neu noch besonders, aber auch alles andere als schlecht. Trotz der Länge der Lieder gibt es abwechslungsreiche Strukturen, also harmonische und rhythmische Veränderungen. Neben den obligatorischen langen und langsamen Passagen gibt es auch mal kurzweilige Tempoausbrüche. Was ich persönlich sehr interessant an dem Album finde, ist das Spiel am Schlagwerk. Denn gerade während der Breaks und schnellen Passagen kommt es überraschend vielfältig und spielerisch zur Geltung. Dies ist ja bei solchen depressiven Einmannkapellen eher unüblich. Somit hat AT DUSK durchaus Wiedererkennungswert, auch wenn die langen und atmosphärischen Passagen harmonisch noch nicht brillant sind.

Während ich die rhythmische Vielfalt als sehr ansprechend empfinde, so erscheinen mir die Melodien und Harmonien noch nicht ausgereift genug. Sie sind auf die Dauer etwas zu flach. Dies führt einerseits dazu, dass „Anhedonia“ zwar sehr homogen und in sich geschlossen wirkt, doch gelingt es nicht, mich am Kragen zu packen und zu fesseln. Dennoch, kalt, trist und grau ist die Atmosphäre allemal. Nur fehlt mir persönlich noch die harmonische Intensität. Richtig gut und richtig interessant wird es phasenweise im dritten Stück „Miseria“. Hier gibt es wieder die von mir bereits positiv bewertete rhythmische Vielfalt, doch diesmal in der Kombination mit eindringlichen Riffs und eisigen Harmonien. Hier wird es phasenweise intensiv, packend und morbide. So stelle ich mir derlei Black Metal vor.

AT DUSK hat definitiv Potenzial. Für ein Einmannprojekt empfinde ich die Leistung als sehr ansprechend, ich habe schon wesentlich schlechteres im DSBM gehört. Mir gefällt zwar nicht alles, gerade die langsamen Passagen sind mir in ihrer Länge etwas zu flach und langweilig. Allerdings arbeitet AT DUSK eben mit rhythmischer Vielfalt und Kontrasten, was mir wiederum sehr gut gefällt. Für Anhänger des DSBM ist „Anhedonia“ somit in jedem Fall zu empfehlen, auch wenn es natürlich noch Luft nach oben gibt.

1. Anhedonia
2. Agonia
3. Miseria
4. Melancholia

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