Astaarth – Gloria Burgundia | 2007 | Blood Fire Death Productions | CD| Folk Black Metal

Bei Astaarth handelt es sich um eine Zwei-Mann-Truppe aus dem Herzen Frankreichs, welche laut eigener Aussage Burgundian Pagan / Folk Metal spielt. Dies kann man so stehen lassen, da Gloria burgundia in der Tat einen hohen Anteil an folklorischen Einflüssen hat. Astaarth hat sich dabei (aber) geschickt angestellt und auch einige extreme und harsche Anteile mit verarbeitet, wodurch das Ganze dann interessant wird.

Dies wird sogleich im ersten Lied, Our beloved country, deutlich. Es beginnt einleitend mit sehr ruhigen Klängen, bevor es nach ca. drei Minuten mit dem eigentlichen Lied losgeht. Da fallen dann auch sofort die harschen Anteile auf. Der Rhythmus ist schnell und treibend und der Gesang stark verzerrt. Zeitweise wird es sehr sinfonisch, da harmonische Keyboardklänge eingespielt wurden. Obwohl das Keyboard recht zentral im Geschehen steht und damit ausfüllend ist, wirkt es nicht zu überladen oder bombastisch. Dafür sind seine Harmonien dann zu ruhig und unauffällig.

Mit Vae victis geht es dann ebenfalls erstmal schnell und harsch weiter, wobei das Keyboard hier viel stärker durch folklorische Melodien geprägt ist. Irgendwann wird es dann gänzlich ruhig, klare Stimmen und Gesänge sind zu hören und traditionelle Folk-Musik brandet etappenweise stark auf.
In einer ähnlichen Weise ist das Titellied Gloria burgundia aufgebaut, wobei Astaarth hier die die Gegensätze des extremen, harschen Metals und der Folklore noch weiter ausreizt. Stellenweise wird das Lied sehr schnell und rhythmisch eingängig, dabei energisch durch den gellenden Kreischgesang angetrieben. Diese harschen Passagen münden dann jedes Mal in ruhigeren Abschnitten mit leichten, folklorischen Melodien. Diese Übergänge sind sehr flüssig und fließend, wodurch das Ganze rund und harmonisch rüberkommt. Darüber hinaus gibt es auch gänzlich ruhige Folk-Passagen, die mit traditionellen Instrumenten eingespielt wurden und zu denen man sich vor dem geistigen Auge, eine mittelalterliche Lagerfeuer-Szene vorstellen kann.

The victorious march ist ein flott strukturiertes und kraftvolles Instrumental, in dem harte Riffs mit folklorischen Melodien kombiniert wurden, was sich sehr gut und ergreifend anhört. Es gibt rhythmische und melodische Veränderungen, doch der flotte Zug bleibt, und obwohl The victorious march, mit viereinhalb Minuten Spielzeit nicht gerade kurz ist für ein Instrumental, hat man am Ende den Eindruck, dass es gerne noch eine Weile so weitergehen könnte.

Achknowledge and mysteries ist ein überaus facettenreich gestaltetes Lied, in dem Astaarth sowohl schnell und harsch, als auch druckvoll und sinfonisch, wie auch stark folklastig aufspielt. Es gibt viele Wechsel und Übergänge in dem Lied und trotz dieser Hülle und Fülle an Facetten und Eindrücken, gelingt es Astaarth spielend leicht, alles flüssig und homogen unter einen Hut zu bringen. Oft wirken solche Kompositionen zu überladen, zu maßlos, doch in diesem Falle ist es anders. Es ist erstaunlich, mit welcher flüssigen Leichtigkeit und harmonischen Konstante diese unterschiedlichen Passagen, ein stimmungsvolles und abschließend rundes Lied ergeben.

Astaarth überrascht dann mit When the golden fleece blazed sogar ein wenig, da das Stück ein überwiegend schnelles Lied ist, in dem über weite Strecken sehr dunkle und ein wenig bedrohlich wirkende Melodiebögen das Geschehen prägen. Es gibt zwar auch hier Folk-Anteile und entsprechend freundlichere Melodien, doch überwiegt insgesamt diese schnelle geradlinige Spielweise mit der dunklen Melodieführung. Abgeschlossen wird Gloria burgundia dann ruhig mit dem folklorischen Ausklang Call of my ancestors.

Für mich ist Gloria burgundia ein überraschendes Album, da ich vorab nicht gedacht und erwartet hatte, trotz des hohen melodischen und folklorischen Gehalts, solch ein kraftvolles und zuweilen mitreißendes Werk vor mir zu haben. Zudem muss man ganz klar anerkennend sagen, dass die Zwei Musiker ihr Handwerk, an den vielen verschiedenen Instrumenten, perfekt beherrschen. Gerade die zahlreichen Passagen mit den traditionellen Folklore-Instrumenten und den Übergängen sowie Wechseln sind beachtlich und bemerkenswert.

01. Our beloved country
02. Vae victis
03. Gloria burgundia
04. The victorious march
05. Acknowledge and mysteries
06. When the golden fleece blazed
07. Call of my ancestors

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