Arvakh – Art. 1 – La Haine Par Dessus Tout | 2011 | Le Crépuscule Du Soir | CD | Black Metal

Von Arvakh gab es 2006 die erste Demo und nun fünf Jahre später mit Art. 1 – La Haine Par Dessus Tout die erste MCD. Diese ist nicht gerade leichtverdauliche Kost, wie schon sogleich das Einstiegslied zeigt. Es beginnt sehr schnell und hart, das Schlagzeug knüppelt drauf los, der Gesang ertönt gedrungen und gequält und die Gitarre schmettert ein wahnsinnig schnelles sowie technisches Riff. Sehr komplex dieser Einstieg, aber so technisch und abstrakt bleibt es zum Glück nicht, auch wenn solche reichhaltigen Arrangements auf der MCD immer wieder auftauchen. Das Titellied entwickelt sich nach dem technisch-heftigen Anfang zu einer rhythmisch sehr abwechslungsreichen Nummer, die sowohl laut und brutal ist, aber auch dunkelharmonische und langsame Momente besitzt. Wenn man sich vom Schock des wüsten Anfangs erholt hat, wird das Lied sogar richtig gut. Das anfängliche, sehr technische Riffing ist im weiteren Verlauf des Liedes umgänglicher und wandelt sich phasenweise hin zu gutem, düsteren Riffing. Zudem überzeugen die vielen Rhythmuswechsel, so klingt Arvakh in den schnellen Passagen hasserfüllt und heftig, in den langsameren Parts hingegen düster und bisweilen auch obskur.

Ganz anders als das Titellied beginnt das nachfolgende Inversion Des Valeurs. Düstere sowie schräg klingende Keyboardklänge mitsamt einer sprechenden Stimme, zu der sich sogar ein Beat gesellt, erinnern ein wenig an Hip Hop. Irgendwann setzt dann die Gitarre ein, welche die Melodie des Keyboards aufgreift, so dass das Lied langsam anfängt sich zu Industrial Black Metal zu entwickeln. Das liest sich jetzt womöglich schrecklich, hört sich aber überraschend gut an, da Arvakh das Ganze düster und bizarr hält. Dunkle Riffs aus dem Hintergrund, Stimmenfetzen und Schreie sowie kraftvolle Schlagzeugeinlagen formen ein interessantes Lied. Der Gesang von Arvakh ist ohnehin speziell, da die Franzosen auf den obligatorischen Kreischgesang komplett verzichten. Die Stimme ist nur leicht verzerrt, dabei aber kehlig, erdig und heiser und erinnert mich manchmal an The Meads Of Asphodel.

Mit dem dritten Stück änder sich noch mal alles. La Croupe De Nemesis ist eine rockige Nummer mit schwungvollem Rhythmus und einem einfachen, einprägsamen Metal-Riff. Unterlegt wird dies phasenweise mit leisen sphärischen Ambientklängen. In der zweiten Hälfte gibts dann sogar ein Soli zu hören. Mit dem letzten Lied gibt es, ähnlich wie im ersten, je Menge Tempowechsel, technische Arrangements aber auch Geradlinigkeit.

Mir gefällt Art. 1 – La Haine Par Dessus Tout sehr gut, auch wenn ich beim ersten Durchgang alles andere als angetan war. Der komplexe und technische Einstieg stieß mir erst mal bitter auf, doch schon beim zweiten Versuch war ich überzeugt. Arvakh spielt hier düsteren Black Metal, der manchmal technisch und komplex ist, manchmal zu Industrial tendiert, aber stets dunkel und böse, zuweilen auch sehr energisch und hasserfüllt ist. Wer keine Berührungsängste mit speziellen und etwas sonderbaren Gruppen hat, sollte Arvakh ruhig mal probieren, zumal phasenweise ganz leichte Einflüsse von Gruppen wie Deathspell Omega oder Blut Aus Nord herauszuhören sind.

7,5/10
Aceust

01. Art.1 – La haine par dessus tout
02. Art.2 – Inversion des valeurs
03. Art.3 – La croupe de nemesis
04. Art.4 – D’un cycle l’autre

http://lecrepusculedusoir.yolasite.com/

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