Art 238 – Atavism | 2014 | Eigenproduktion | Digital | Industrial Metal

Die französische Formation ART 238 existiert seit 2000 und veröffentlichte dieses Jahr nach einer siebenjährigen Pause die digitale EP „Atavism“. Es wird düsterer und eigenwilliger Industrial Metal geboten, der sich aus Black Metal, Death Metal, Ambient und etwas Grindcore speist.

So chaotisch wie sich das jetzt womöglich liest ist „Atavism“ am Ende aber gar nicht. Dies liegt am deutlich erhöhten Anteil des Death Metals, welcher die anderen Einflüsse wie Black Metal und Grindcore relativiert. Das empfinde ich sogar als ein wenig schade, denn die Parts in denen Grindcore auf Industrial trifft, gefallen mir sehr gut und es gibt ja Gruppen (etwa ANUS ALTAAR oder GRUTHAAGY), die beweisen, wie gut das funktioniert. ART 238 sind jedoch nicht so extrem und abgefahren, vertrauen statt auf chaotische Dunkelheit und primitive Rohheit, die es auch gibt, eher auf rollende und schwungvolle Riffs, technische Breaks und eigenwillige Soli. Es wechseln sich geradlinige Parts und komplizierte, verschachtelte Passagen miteinander ab, was dem Ganzen einen leichten experimentellen sowie technischen Anstrich verleiht.

Die meiste Zeit über funktioniert das Konzept auch ganz gut, gerade dann, wenn es härter wird oder düstere Ambientklänge zu hören sind. Die Härte ist eindringlich und mitreißend und der Ambient versprüht eine düstere, morbide und mysteriöse Atmosphäre. Lediglich wenn sich ART 238 dazu verleiten lassen, die Gitarre wie in „Mephitic Manifesto“ melodisch frickelnd einzusetzen, missfällt mir die Darbietung.

„Atavism“ ist aber in jedem Fall eine interessante Veröffentlich, sofern man sich für düsteren Industrial Metal interessiert. In dem Lied „Sons Of The Atom“ wirkt übrigens Slo von SMOHALLA mit, was den experimentellen sowie stilübergreifenden Charakter von ART 238 unterstreicht.

1. Regressive Evolution
2. Mephitic Manifesto
3. Sons Of The Atom (S.O.T.A)

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