Ars Manifestia – The Red Behind | 2009 | BlackSeed Productions | CD | Black Metal

The red behind ist das zweite Album der Einmann-Gruppe Ars Manifestia, mit der sich der Italiener Harmful regelrecht austobt, da er auf einen Drumcomputer verzichtet hat und das Schlagzeug selbst einspielte. Zudem ist The red behind mit einer Gesamtspielzeit von über 70 Minuten nicht gerade kurz. Folglich ist das in sieben Lieder aufgeteilte Album ein abwechslungsreiches Werk, in dem es sowohl Melodik und atmosphärische Momente gibt, als auch eingängig schnelles Getrommel und kalte, grimmige Elemente.

Harmful beweist dabei ein Gespür für gute und flüssige Strukturen. Die einzelnen Lieder bewegen sich, bis auf eine Ausnahme, zwischen sieben und zwanzig Minuten, wobei Harmful es vermied, zu sehr auf ein einzelnes Element in den Liedern zu setzen. Die Lieder haben einen dynamischen Spielfluss, die Veränderungen und Übergänge sind stimmig und flüssig. Dadurch wird es niemals zu roh und eingängig, im Gegenzug gewinnen aber auch die melodischen Riffs und atmosphärischen Passagen nicht Überhand. Insgesamt kann man von einem ausgewogenen Verhältnis sprechen.

Aber auch spielerisch kann Harmful punkten. Zum Teil enthält das Album richtig gute Melodiebögen mit Tiefgang. Am Anfang von The way klingen die Gitarren und ihre leicht schwermütig dargebotenen Melodien ein wenig nach Wolves in the Throne Room. Das eingängige, schnelle Riffing während der schnellen Strecken ist insgesamt betrachtet auch sehr passabel, wobei manche Riffs besser und andere etwas nervig sind. Am Schlagzeug gibt sich Harmful ebenfalls keine Blöße. Die temporeichen Strecken sind zwar von einfachem Spiel geprägt, dennoch ist das Spiel insgesamt vielfältig, da es zu zahlreichen Wechseln, Übergängen und Breaks kommt, die allesamt gut und überzeugend umgesetzt wurden. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Lied End now, welches mir auch am besten gefällt. Das schnelle Schlagzeugspiel klingt hier am besten, die schnellen Gitarren spielen richtig gute Riffs und auch die flüssigen Wechsel und atmosphärischen Passagen haben es in sich. Aber auch der letzte Titel Ogni cosa scompare hat es in sich, und er bietet mit 20 Minuten Länge reichlich Stoff. Es ist ein wechselhaftes Lied mit einigen bizarren Gesangseinlagen und guten, traditionellen Metal-Riffs – und ob der Länge wird es zu keinem Zeitpunkt langatmig.

The red behind ist ein sehr anständiges Album, zumal man bedenkt, dass hier ein Musiker für alles alleinverantwortlich ist. Ich kann nur sagen, respektable Leistung! The red behind ist ein abwechslungsreiches Album, das kalt und grimmig, brachial und schnell, melodisch und atmosphärisch und bisweilen auch bizarr ist. Und an einigen Riffs erkennt man auch den metallischen Einfluss der alten Schule.

7/10
Aceust

01. Isolation
02. The way
03. End now
04. Diversity
05. Home
06. In rain
07. Ogni cosa scompare

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