Ars Diavoli – Pro Nihilo Esse | 2008 | Debemur Morti | CD | Black Metal

Knapp zwei Jahre nach dem ordentlichen Demo The abscence of light, gibt es nun mit Pro nihilo esse das Debütalbum des portugiesischen Einmannprojekts Ars Diavoli. Ars Diavoli ist nach wir vor grell, roh und harsch. Allerdings nicht mehr ganz so intensiv wie auf dem Demo. Stattdessen wurden die Strukturen klarer herausgestellt und die Lautstärke des Gesangs etwas reduziert, sodass die düstere und nihilistische Atmosphäre der Musik nun viel besser zur Geltung kommt.

Den Anfang macht Angústia sufocante, welches ruhig und atmosphärisch beginnt, sich im Verlauf der mehr als neun Minuten Spielzeit aber wandelt, und einige schnelle, unheilvoll und maschinenhaft hämmernde Parts bereit hält. Ebenso gibt es aber auch schleppende Passagen, mit seichten, sphärischen Hintergrundklängen. Ganz anders, nämlich eingängig schnell hämmernd und pressend fängt das nachfolgende Ira Auto-Infligida an. Dessen Anfangsphase ist sehr extrem, grell und vollgepackt mit negativer Ausstrahlung. Auf diesen harschen sowie heftigen Anfang folgt dann ein schleppender Part, in dem vor allem die grell und hell gestimmten Gitarren das Geschehen prägen. Dabei springt die eine oder andere gute Melodie heraus.

Das Titelstück Pro nihilos esse ist mit etwas mehr als zehn Minuten Spielzeit das längste Lied des Albums. Weitgehend ist es ein ruhiges Lied, obgleich es auch kurzweilige, härtere Momente gibt, auch wenn diese nichts von der Härte haben, die in den beiden vorangegangenen Stücken zu hören war. Es dominieren langgezogene Passagen mit grellen und eingängigen Riffs. Ist zwar ganz nett, doch auf zehn Minuten gedehnt, auch etwas langweilig.

Dafür hat es aber das folgende Vis compulsiva voll und ganz in sich. Es nimmt langsam und ruhig Fahrt auf, wird langsam, Stück für Stück intensiver und entwickelt dabei eine hervorragende, sich wiederholende Melodieführung die unter die Haut geht. Die Melodie ist zwar relativ einfach, aber sehr wirksam und vereinnahmt sofort. Vis compulsiva vermittelt eine gewisse Ästhetik, die vom kurzweiligen, leisen Summen eines Chors im Hintergrund noch zusätzlich unterstrichen wird. Mit Veneração suicida geht es dann in den ersten Minuten sehr eingängig weiter. Eine sehr grelle und im Vordergrund stehende Gitarre spielt eingängig und ausdauernd auf. Dabei wird aber keine ergreifende Melodie herausgebildet sondern eher ein hypnotischer Sog beschworen, der mich punktuell sogar ein wenig an Burzum erinnert. Im weiteren Verlauf von Veneração suicida sind dann auch Variationen und Veränderungen zu hören, doch ändern diese nichts am insgesamt eingängigen und hypnotischen Ausdruck der Komposition.

Abschließend ist Derrames… zu hören, ein durchgängig langsam gehaltenes Lied. Hier wechseln sich die rohen und grellen Gitarren mit atmosphärischen und klaren Parts ab. Es ist ein ruhiges und düsteres Ausklingen des Albums, ohne große und eindringliche Momente zu besitzen.

Es ist Ars Diavoli gelungen, auf den guten Ansätzen von The abscence of light aufzubauen. Mit Pro nihilo esse ist eine Steigerung deutlich zu verzeichnen. Pro nihilo esse ist roh und grell, besitzt harsche und heftige Momente ebenso wie gute und eindringliche Melodien. Im Einzelnen manchmal vielleicht etwas langatmig, doch das lässt sich insgesamt betrachtet verschmerzen.

7,5/10
Aceust

01. Angústia sufocante
02. Ira Auto-Infligida
03. Pro nihilo esse
04. Vis compulsiva
05. Veneração suicida
06. Derrames…

Schreibe einen Kommentar