Arkthinn – I | 2013 | Atavism Records | Kassette | Ambient Black Metal

Über ARKTHINN ist rein gar nichts bekannt. Selbst bei der Namensgebung der Lieder und der Veröffentlichung bleibt man ominös und geheimnisvoll. Die Kassette mit der schlichten Bezeichnung I stellt die vermutlich erste Erscheinung dar, und wird mit PAYSAGE D’HIVER und DARKSPACE verglichen.

Die Kassette umfasst zwei rund 20 Minuten lange Lieder, auf jeder Seite befindet sich eins. Die Seite A beherbergt düsteren, morbiden und kalten Black Metal der rohen aber atmosphärischen Art. ARKTHINN spielen hier sehr roh und zerstörerisch. Die grell verzerrten Gitarren bestimmen gemeinsam mit dem morbiden, etwas heiser klingenden Gesang das Klangbild, während das Schlagwerk im sphärisch rohen Klangbrei nahezu untergeht. Aber das stört angesichts der Form des Black Metals überhaupt nicht. Es gelingt ARKTHINN mühelos, eine extrem dichte und böse Atmosphäre zu kreieren, die alleine auf den morbiden Gitarrenläufen und dem Gesang fußt. Und in der Tat, ARKTHINN wirken wie eine Mischung aus PAYSAGE D’HIVER, DARKSPACE und vielleicht auch SPECTRAL LORE. Dem Einen und Anderen mag I womöglich zu roh und ungeschliffen sein, doch genau dies mag ich sehr. Der rohe Instrumentenklang ist genau richtig, denn er unterstreicht die musikalische Atmosphäre perfekt. I ist ein wunderbares, langes und verstörendes Manifest, in dem ARKTHINN zwar minimalistisch aber dafür harmonisch großartig aufspielen und ein absolut finsteres Dickicht morbider, kalter Stimmungen flechten.

Während es auf der A Seite nur im Mittelteil eine kurze Ambientpassage gab, so ist die B Seite Ambient pur. Hier verhält es sich ganz ähnlich wie schon letzte Woche bei ASCHE DER WELTEN. Die A Seite ist gut und überzeugend im Black Metal, während die B Seite mit dem reinen Ambient zwiespältig ist. ARKTHINN kombinieren düstere Geräusche und Klänge mit Rauschen und Akustikgitarre zu einer langen, düsteren Ambientnummer. Für jemanden wie mich, der mit reinem Ambient nur wenig bis gar nichts anzufangen weiß, wird solch ein Lied zur Geduldsprobe, da ich es einfach sterbenslangweilig finde. Deshalb betrachte ich die B Seite auch einfach als eine Art Ausleitung oder Bonus, da die A Seite gut genug und immerhin rund 22 Minuten lang ist. Deshalb ist I von ARKTHINN trotzdem eine absolut empfehlenswerte Untergrundveröffentlichung, die bösartigen, misanthropischen und rohen Black Metal offenbart.
01. I
02. II

http://atavism.records.free.fr/

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