Arcania – Dreams Are Dead | 2014 | Great Dane Records | CD | Thrash Metal

Also was man sich bei diesem Cover nur gedacht hat, kann ich nicht ansatzweise nachvollziehen. Es ist einfach nur grottig, potthässlich. Wenn ich diese CD im Plattenladen sehen würde, wäre das Cover Grund genug sie nicht zu kaufen. Es ist schon kurios, warum gerade Gruppen aus dem Thrash-, Heavy- und Power Metal so oft zu solchen Fehlgriffen tendieren. Aber zum Glück geht es nicht wirklich ums Cover sondern um die Musik. ARCANIA ist eine französische Thrash Metal Gruppe die seit 1999 besteht und mit „Dreams Are Dead“ jüngst ihr zweites Album veröffentlichte. Die Gründe dafür, weshalb man es in 15 Jahren gerade mal auf zwei Alben bringt, sind vielfältig und vernachlässigbar.

„Dreams Are Dead“ ist ein Thrash Metal Album, auf dem die Herren alte Schule und Moderne zusammen bringen. Als Einflüsse wurden unter anderem METALLICA und TESTAMENT angegeben, was man auch mit jeder Minute hört und spürt. Vor allem gesanglich gehen ARCANIA in die Richtung jener Gruppen. Musikalisch entpuppt sich das Album als abwechslungsreiches Opus, auf dem sich druckvolle und brachiale Parts mit melodischen Passagen und ruhigen Soli abwechseln. Man erkennt recht schnell das spielerische Können. Sowohl der Schlagzeuger als auch die Gitarristen machen eine verdammt gute Figur.

Auch wenn die spielerischen Fertigkeiten groß sind, so ist „Dreams Are Dead“ leider kein von Anfang bis Ende fesselndes Album. Für meinen persönlichen Geschmack verlassen sich ARCANIA leider zu häufig auf melodische oder atmosphärische Passagen. Dies gilt nicht nur für die Instrumentierung, auch der Sänger versucht sich des Öfteren mit harmonischen Gesängen, was mir missfällt. Dies ist schade, da ARCANIA definitiv Potenzial haben. Wenn sie sich mal dazu entschließen aggressiv, wütend und böse zu spielen, klingen sie richtig gut. Auch die Produktion ist gelungen, nämlich sehr differenziert und klar, wenn auch vielleicht eine Nuance zu neutral.

Mit „Dreams Are Dead“ ist es wie mit dieser berühmten Kehrseite der Medaille. Einerseits wissen ARCANIA zu überzeugen, wie gesagt, spielerisch ist das Dargebotene wirklich gut, aber musikalisch betrachtet kann man noch eine Schippe drauflegen und etwas bissiger, böser und aggressiver werden. Deshalb ist „Dreams Are Dead“ wohl auch eher jenen zu empfehlen, die dem melodischen Thrash Metal den Vorzug geben und dreckige Härte für vernachlässigbar halten. Dazu passt dann vielleicht das lange Instrumentalstück „Dreams Ends All Days“, welches melodisch und atmosphärisch streckenweise in die Richtung von METALLICAS „Orion“ geht.

01. Intro
02. Watch Us Dying
03. Rise And Never Fall
04. Face In The Mirror
05. Dreams Are Dead
06. Inside The Crowd
07. Dreams Ends All Days
08. Suffering For An Answer
09. A Scar In Our Mind
10. Days Ends All Dreams

Schreibe einen Kommentar