Aquila – L‘Aurore

Aquila - L'Aurore

Aquila - L'AuroreHinter AQUILA steht der französische Musiker Atheosoph, der mit seinem Solorpojekt erstmals 2014 in Erscheinung trat. Zuvor war er als Gitarrist bei REIN, die inzwischen aufgelöst sind, angeheuert. Unter dem Banner AQUILA veröffentlichte er ein Demotape und eine Splitkassette. In diesem Frühling wurden diese beiden Werke auf CD gepresst und bekamen den Namen „L’Aurore“.

Wenn man sich die CD das erste Mal anhört, fällt einem sofort der immense Unterschied zwischen der 2014er Demo und der 2015er Split auf. Obwohl beide Veröffentlichungen nicht weit auseinander liegen ist vor allem die klangliche Verbesserung erheblich. Stilistisch ist Atheosoph mit AQUILA gar nicht so weit von REIN entfernt. Beide Bands verbinden französischsprachigen, heidnischen Black Metal mit osteuropäischen, an DRUDKH und HATE FOREST erinnernden Einflüssen. AQUILA verhält sich dabei aber etwas zurückhaltender, sodass sich die Einflüsse der ukrainischen Großmeister dezenter auswirken.

Die auf „L’Aurore“ vorhandenen Lieder sind relativ lang und in gewisser Weise vielfältig. Der eingeschlagene Stil bleibt konstant, aber natürlich gibt es rhythmische sowie melodische Variablen die sich verändern. Obgleich das Gitarrenspiel nicht unmelodisch ist, übertreibt es Atheosoph an den Saiten jedoch nicht. Die melodischen Konstrukte bleiben überschaubar und funktionieren auf einer subtilen Ebene sehr gut. Der hier dargebotene Black Metal kombiniert eine Rohheit mit kalter, teils majestätisch anmutender Harmonik. Mir gefallen diese, insgesamt als eher unaufdringlich zu beschreibenden Inszenierungen gut. AQUILA trägt nicht zu dick auf und unterlässt es mit nervendem Pathos hausieren zu gehen. Stattdessen dominieren und überzeugen vornehme Zurückhaltung, die sich auch im austarierten Verhältnis von Melodik, Geradlinigkeit und Rohheit wiederfindet.

AQUILA ist es natürlich nicht gelungen, mit der ersten Demo und einer Splitkassette bare Meisterwerke zu veröffentlichen. Doch es geht in die richtige Richtung und wenn man bedenkt wie groß die Entwicklungsschritte innerhalb nur eines Jahres sind, wird man noch einiges aus dem Hause AQUILA erwarten dürfen. Für Interessierte in Sachen Heathen Black Metal absolut zu empfehlen. „L’Aurore“ ist ein gutes Beispiel dafür, dass weniger mehr sein kann.

Aquila – L’Aurore
CD | Hass Weg Productions / Werewolf Promotion
2016 | Black Metal

Les Larmes de l’Aigle
1. Les Larmes de l’Aigle
2. Légendes Oubilées
3. La Fin d’un Cycle

Split 2015
4. Dans les Ruines
5. Des Corps Sans Ame
6. Raviver la Flamme
7. Imperium Europa

Neu
8. Neiges Mortes

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