Aorlhac – Opus I | 2009 | Thor’s Hammer Productions | CD | Black Metal

Opus I ist eine Wiederveröffentlichung von La chronique des vents, respektive des Albums À la croisée des vents, da beide Werke das selbe Material enthalten. Opus I hat allerdings exakt dieselben Lieder, wie die auf 50 Stück limitierte Spezialversion von La chronique des vents. Das heißt, sie enthält neben Mémoires d’Alleuze (welches auf dem Album fehlt) auch noch zusätzlich das Ulver Cover Hymn I – Wolf and fear.

Am auffälligsten ist zunächst der Gesang, der sehr stark dem von Peste Noire ähnelt. Verstärkt wird diese Ähnlichkeit dann auch durch die französische Sprache. Hier hören die Gemeinsamkeiten dann aber auch auf. Aorlhac spielt abwechslungsreichen Black Metal, gepaart mit einer Portion Folk. Einen Vorgeschmack auf die Folk-Anleihen gibt es in der kurzen Einleitung, in der eine klare, mittelalterliche Gitarre zu hören ist. Auf diese Einleitung folgt La guillotine est fort expéditive, das von Anfang an flott und treibend daher kommt. Das flotte Tempo ist aber überhaupt nicht eingängig, das Schlagzeug wird vielfältig gespielt und die Gitarren geben gute Riffs und Melodien zum Besten. Abgerundet wird dies dann vom eindringlichen Kreischgesang. Es ist ein kraftvolles Lied, in dem Härte und Schnelligkeit gut mit Melodik kombiniert wird. Der zunächst schleppende, bald aber schneller werdende Mitteteil fällt beispielsweise durch großartige Harmonien auf.
Das anschließende La mort prédite ist weitaus abwechslungsreicher, da hier kurzweilig Klargesang zu hören ist und das Gitarrenspiel melodischer und folkiger ist. Zudem variiert das Tempo vielmehr. Neben energischen, schnellen Abschnitten gibt es auch langsame, harmonische Passagen, und auch einige rockig wirkende Riffs am Ende des Liedes tragen zur Vielschichtigkeit bei. Sehr rockig, dabei enorm kraftvoll, sind die Eingangsriffs von Le charroi de Nîmes. Nach diesem überraschenden Auftakt entwickelt sich das Lied zu einem melodischen Stück, in dem vor allem die spielfreudigen Gitarren und das kraftvolle, aber langsam trabende Schlagzeug, für eine harmonische Stimmung sorgen.

Schneller und aufgrund des Gesanges auch etwas aggressiver, geht es mit 1693-1694: Famine et anthropophagie weiter. Wirklich aggressiv wird das Lied jedoch nicht, da die Gitarren phasenweise sehr spielerische Folk-Melodien spielen, die das Ganze zwar nicht unbedingt fröhlich wirken lassen, der Musik aber dennoch eine lebhafte Nuance hinzufügen. Wirklich folkig wird es dann, als am Ende klarer Chorgesang zu hören ist, wie er am Lagerfeuer vorkommen kann. Dies hätte meiner Meinung nach nicht unbedingt sein müssen, zumal der Schlusspart nach dieser Gesangseinlage überaus melodisch ausfällt. Klargesang gibt es auch in Aorlhac zu hören, was ich ebenfalls schade finde, da das Lied ansonsten einen guten Eindruck macht, da sich hier harsche, aggressive Elemente mit melodischen Passagen abwechseln.

Mit Mémoires d’Alleuze beginnt dann die Demophase, was man auch sogleich am dumpferen aber dennoch guten Klang erkennen kann. Mémoires d’Alleuze ist schneller und härter als das bisherige Material, obgleich es auch atmosphärische Zwischenpassagen gibt. Mir gefällt Mémoires d’Alleuze sehr gut, da Aorlhac hier zum Einen auf Klargesang verzichtet, und zum Anderen die Melodik nicht allzu folklastig ist. Es gibt schöne harmonische Momente, jedoch überhaupt nicht verspielt oder sonst wie fröhlich. Und auch das Ulver Cover kann sich hören lassen, zumal es mir zigmal besser gefällt als das Original, was aber auch daran liegt, dass ich Ulver noch nie mochte.

Opus I ist spieltechnisch eine sehr gelungene Veröffentlichung. Im Grunde gefällt mir das Album auch recht gut, jedoch stört mich der manchmal zu hohe Folk-Anteil – was letztlich zu einem Punktabzug führt. Einige dieser Folk-Melodien sind mir einfach zu verspielt. Wer aber gute gespielten Black Metal mit Folk-Elementen mag, bekommt hier ein gutes Album. Zudem gibt es mit La guillotine est fort expéditive und Mémoires d’Alleuze auch zwei weitgehend folkfreie Lieder, die richtig reinhauen.

7,5/10
Aceust

01. À la croisée des vents (Intro)
02. La guillotine est fort expéditive
03. La mort prédite
04. Le charroi de Nîmes
05. 1693-1694: Famine et anthropophagie
06. Aorlhac
07. Mémoires d’Alleuze
08. Hymn I – Wolf and fear (Ulver Cover)

http://www.thorshammerproductions.com/

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