Animus Mortis – Testimonia | 2014 | ATMF | CD | Black Metal

ANIMUS MORTIS präsentieren sich auf ihrem neuen Album „Testimonia“ rundum erneuert. Von der ursprünglichen Besetzung ist lediglich Nicholas Onfray übrig geblieben. Sechs Jahre verstrichen seit dem letzten Album „Atrabilis“, 2010 gab es noch eine Split und 2011 dann das vorerst letzte Lebenszeichen in der Form der EP „Mysteriis Vox Divina“. Der Kahlschlag macht sich stark bemerkbar, obgleich ANIMUS MORTIS den Stil nicht grundlegend veränderten, so sind doch markante Unterschiede zu den früheren Veröffentlichungen feststellbar.

Die Chilenen kombinieren nach wie vor Geschwindigkeit mit kalten Melodien. Dies eint die unterschiedlichen Veröffentlichungen. Doch „Testimonia“ ist weitaus weniger aggressiv und harsch als „Atrabilis“. Im Gegenzug wurde die atmosphärische Komponente erhöht, die schon etwas Einzug auf „Mysteriis Vox Divina“ hielt. Dies äußert sich vor allem im Gesang, der nun selten verzerrt ist, dafür aber chorartig und rituell anmutend daher kommt. Dies gab es ja schon teilweise auf der EP, von der es übrigens auch das Lied „Lvx“ aufs neue Album schaffte. Aufgrund des ruhig vorgetragenen Gesanges wirkt „Testimonia“ andächtig und religiös. Dazu passt auch die Instrumentierung, die durch schnelle Rhythmen und melodische aber düstere Riffs bestimmt wird. Melodisch betrachtet ist „Testimonia“ ein gelungenes und vielfältiges Werk. Die Melodien sind nicht zu aufdringlich und dabei immer düster sowie kalt. Überhaupt ist das Album abwechslungsreich. Sowohl an den Gitarren als auch am Schlagwerk gibt es spielerische Vielfalt. Trotz des hohen Grundtempos stampfen ANIMUS MORTIS nicht stumpf vor sich hin. Zahlreiche Wechsel und nuancierte Veränderungen sorgen für eine schöne Abwechslung.

Für sich genommen ist „Testimonia“ kein schlechtes Album, vor allem musikalisch überzeugt mich die dargebotene Leistung. Lediglich mit dem chorartigen Gesang, der mir manchmal etwas zu theatralisch erscheint, hadere ich etwas. Stattdessen hätte ich mir lieber etwas mehr von der kratzigen Garstigkeit des Debütalbums gewünscht, aber die Zeiten ändern sich. Wenn man sich nicht an derartigen, religiös anmutenden Gesang stört, kann man sich auf „Testimonia“ freuen. Das Album wird am 3. November erscheinen.

1. REM Manifesto
2. Seven Decrees
3. Manuscripts (Emanation & Ascent)
4. Hyperbole Of Senses
5. Testimonia
6. LVX
7. Vibrations From The Immaterial

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