Anamnesi – Descending The Ruins Of Aura | 2012 | Naturmacht Productions | CD | Black Metal

Rund zwei Jahre nach dem selbstbetitelten Debütalbum legt das italienische Einmannprojekt ANAMNESI nun nach. Descending The Ruins Of Aura heißt das neue Werk, welches am 30. September erscheinen wird. Im Großen und Ganzen ist sich ANAMNESI seinem Stil treu geblieben, auch auf der neuen Scheibe spielt er düsteren aber stets atmosphärischen Black Metal. Im Detail gibt es aber durchaus Veränderungen und Entwicklungen.

Zuerst fällt auf, dass die Lieder länger geworden sind. Auf dem Debüt gab es einige kurze instrumentale Zwischenstücke, die es nun nicht mehr gibt. Akustische und instrumentale Passagen gibt es aber auch auf dem neuen Album, diesmal jedoch passagenweise innerhalb der längeren Lieder. Ich empfinde diesen Schritt als richtig, dadurch wirkt das Album insgesamt schlüssiger und stimmiger. Einen guten Eindruck macht auch gleich das erste richtige Lied Litany Of Suffering And Reaction. Es ist über neun Minuten lang und sehr abwechslungsreich strukturiert. Über allem liegt aber eine gewisse Schwermut, ganz gleich ob es sich um eine Pianopassage, schnelle und eingängige Parts oder sphärischen Ambient handelt. Das Lied ist atmosphärisch dicht und geprägt von guten, unaufdringlichen Melodien. Gleich am Anfang macht ANAMNESI einen stimmigen sowie gewachsenen Eindruck (gegenüber dem Debüt).

Aber auch der Rest des Albums ist abwechslungsreich, das Repertoire welches ANAMNESI hier bedient, ist überaus vielfältig, wobei dunkle Stimmungen und dezente Melancholie allgegenwärtig sind. Es gibt eingängige Schnelligkeit (Toward Rebirth ist ein gutes, sehr antreibendes Lied, in dem man die positive Entwicklung enorm spürt), depressiven Ambient Black Metal à la BURZUM und auch vereinzelt experimentelle Elemente. Descending The Ruins Of Aura ist härter als das Debüt ausgefallen. Auch wenn es viele atmosphärische und düstere Arrangements gibt, ist doch der Anteil an schnellen und harten Passagen deutlich angestiegen.

Es ist ANAMNESI gelungen, sich mit dem zweiten Album deutlich zu steigern, spieltechnisch als auch strukturell. Obwohl es insgesamt mehr Härte gibt, bleibt der Stil dennoch ein düsterer, dunkelatmosphärischer. Die abwechslungsreichen Strukturen und die zahlreichen atmosphärischen Instrumentationen wirken stimmiger und flüssiger als auf dem Debüt. ANAMNESI hat also alles richtig gemacht und wer dunkelatmosphärischen Black Metal mag, sollte mal beide Ohren riskieren.

01. Intro (First descent)
02. Litany of suffering and reaction
03. La quiete del silenzio
04. Nocturnal path
05. Toward rebirth
06. Annega la coscienza
07. Julia Carta
08. Ciò che una volta era (Burzum Tribute)

http://www.naturmacht.com/anamnesi/

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