Allmacht – In namenlosen Tiefen | 2009 | Eigenproduktion | CD | Black Metal

Allmacht ist eine noch junge Gruppe, die zu ihrem einjährigen Bestehen das erste Demo In namenlosen Tiefen vorstellt. Man möchte mit der Musik atmosphärische Momente erzeugen, während textlich die Natur und Vergänglichkeit behandelt wird.

Am Anfang steht der Einklang, den Allmacht mit knappen 90 Sekunden bedacht hat und in dem schöne und gut gespielte Gitarrenklänge eine angenehme Stimmung erzeugen. Auf diesen folgt dann Die Erhabenheit des Winters, einem riffbetonten Stück. Die Riffs flackern hell und vordergründig, das Schlagwerk bollert dumpf und der Gesang, der ist dunkel, kehlig und rauchig verzerrt. Die Passagen mit Gesang hören sich schon ziemlich gut an, zumal die melodische Begleitung in diesen Parts etwas in den Hintergrund gerät. Die instrumentalen Passagen können hingegen noch nicht überzeugen, da das Riffing streckenweise etwas zu wirr, unstet und noch ausbaufähig ist.

Schwermütiger wird es dann mit Vergänglichkeit, einem langen und schleppenden Stück. Hier ist das Gitarrenspiel von Beginn an angenehmer, da dezenter und drückender, passend zur melancholischen Thematik der Vergänglichkeit. Obwohl das Lied knapp zehn Minuten lang, der Rhythmus konstant gleichbleibend ist, wirkt es überhaupt nicht langatmig. Auch das Riffing, welches sich phasenweise einfach nur wiederholt, macht das Lied nicht ansatzweise langweilig oder überzogen. Vergänglichkeit ist atmosphärisch betrachtet und empfunden, vielmehr Zeugnis eines sich der Vergänglichkeit Bewusstwerdens, verkörpert von Langsamkeit, Demut sowie unaufgeregter Melancholie. Die einzelnen Elemente des Liedes sind simpel, doch überaus wirksam und gut aufeinander abgestimmt.
Das folgende Titellied weiß musikalisch gleichfalls zu überzeugen, da es kraftvoll ist und eingängige Melodien besitzt. Allerdings ist hier Klargesang zu hören, der nicht unbedingt als erstklassig zu bezeichnen ist. Eigenartigerweise stört mich das aber gar nicht, irgendwie passt er in seiner unbekümmert wirkenden, eher schwachen Darbietung, zur Musik (was ich positiv verstanden wissen möchte). Zu guter letzt kann dann auch der Ausklang überzeugen, in dem neben klaren Gitarren auch eine ruhige und sphärische metallische Instrumentalisierung zu hören ist.

In namenlosen Tiefen ist ein schönes und gelungenes erstes Demo. Bis auf Die Erhabenheit des Winters machen die Kompositionen allesamt einen ordentlichen Eindruck. Vor allem aber in Vergänglichkeit lässt sich das Potenzial Allmachts deutlich erkennen. Der Klang des Schlagzeugs ist manchmal etwas merkwürdig, aber daran gewöhnt man sich recht schnell. Wer also atmosphärischen Dark/Black Metal mag, kann hiermit wenig falsch machen, zumal man für die 6€ eine ansehnliche, professionell gefertigte Produktion bekommt.

7/10

01. Einklang
02. Die Erhabenheit des Winters
03. Vergänglichkeit
04. In namenlosen Tiefen
05. Ausklang

Schreibe einen Kommentar