Alerion – VIII Sanctvaries | 2012 | Eigenproduktion | CD | Black Metal

ALERION ist eine französische Black-Metal-Gruppe die mit VIII Sanctvaries ihr selbstproduziertes Debütalbum vorstellt. Zuvor erschien 2009 eine Demokassette. ALERION beschreiben ihren Stil selbst als mittelschnellen sowie atmosphärischen Black Metal mit einigen progressiven Elementen. Dies kann man so stehen lassen, wird dem Album in seiner Gesamtheit aber nur bedingt gerecht. VIII Sanctvaries ist in jedem Fall ein reichhaltiges Album, auf dem es nicht nur atmosphärische Arrangements gibt, sondern auch einiges an Tempo, Kälte und Grimmigkeit.

ALERION beherrschen dabei beide Facetten, sowohl das Atmosphärische als auch das Grimmige und Kalte. Das erste Lied Nocturne Morte beginnt ruhig, atmosphärisch und instrumental. Auch während der Strophen bleibt das Lied zumeist gemäßigt, viele und schnelle Riffs sind zu hören. Spielerisch ist es ein eher melodisch ausgerichtetes Lied, welches aber aufgrund des energischen Kreischgesangs niemals zu viel Licht enthält. Überaus riffbetont ist das direkt nachfolgende 843, in dem auch ein sehr luftiges Soli nicht fehlt. Der Aufbau des Liedes ist sehr interessant da vielfältig und unvorhersehbar. Die riffbetonten Passagen wirken rockig, melodisch und erinnern an Heavy Metal, doch belassen es ALERION nicht dabei. Rhythmische als auch harmonische Veränderungen besorgen die nötige Härte, sodass am Ende ein vielschichtiges, abwechslungsreiches sowie sich stimmungstechnisch veränderndes Lied herauskommt.

Aber wie schon erwähnt, gibt es nicht nur atmosphärische Arrangements. ALERION schrauben öfters das Tempo hoch, wie etwa in Foramen Noctis. Es ist ein kurzes, schnelles und schön antreibendes Lied, in dem das Schlagwerk gemeinsam mit den Riffs eine intensive und überaus flotte Atmosphäre erzeugt. Das Lied ist vielschichtig und es gibt innerhalb des hohen Tempos jede Menge Variationen zu hören. Aggressivität wird hier mit Spielfreude und Abwechslung kombiniert, sehr schön! Dass das Hauptaugenmerk auf atmosphärischen Elementen liegt, merkt man vor allem am Gitarrenspiel, welches immer wieder melodisch in Szene gesetzt wird. Trotz des hohen Maßes an melodischem Riffing ist es ALERION gelungen, dieses sowohl dezent als auch flüssig zu gestalten. Überhaupt wirken die Strukturen sehr stimmig und überlegt. VIII Sanctvaries wirkt zu keinem Zeitpunkt zu melodisch oder zu atmosphärisch, vielmehr wirkt es so, als würden schwarze Schatten alles Licht verzehren. Es ist also ein durchaus düsteres und kaltes Album, mit einer guten Prise Melodik.

ALERION sind übrigens noch auf der Suche nach einer kleinen, feinen Plattenschmiede. Ich denke, mit diesem gelungenen und eigenständigen Album sollte man es wohl nicht mehr so schwer haben, einen Partner zu finden.

7/10
Aceust

01. Nocturne morte
02. 843
03. Le soupirail de l’Ame
04. Loreina
05. Une siècle plus tard
06. Majestueuse déchéance
07. Foramen noctis
08. Les séquelles de la nuit

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