Akitsa – Grands Tyrans

Akitsa - Grands Tyrans

AKITSA kann man wohl getrost als eine Institution des rohen und fanatischen Black Metals bezeichnen. Immerhin lärmt das kanadische Duo konsequent seit sechszehn Jahren mit seinem radikalen, oftmals primtiven Black Metal. Es gibt wenige Bands die ihren Stil über einen so langen Zeitraum bis ins Heute durchgezogen haben. Nun ist mit „Grands Tyrans“ das mittlerweile fünfte Album erschienen. Der Vorgänger liegt fünf Jahre zurück und AKITSA präsentieren sich kompromisslos wie eh und je.

Wer die Vorgängeralben kennt, der weiß bereits was ihn auf „Grands Tyrans“ erwarten wird. Stilistisch ist man sich in Quebec absolut treu geblieben. AKITSA spielen nach wie vor rauen Black Metal, der minimalistische und monotone Strukturen zelebriert. Dabei überwiegen langsame und schleppende Lieder, teils mit Klargesang, deutlich. Den einen und anderen schnellen, ruppigen und hasserfüllten Ausbruch gibt es aber auch.

Das für mich beste Lied des Albums, „Naufrage Contemporain“, erinnert mich stellenweise an „Goétie“, was an dem mit Hall unterlegtem Kreischgesang liegt. Musikalisch orientiert sich das neue Album aber eher an den anderen Alben. Immer wieder wird es punkig und rotzig wie auf „Soleil Noir“ aber auch bedrohlich und primitiv wirkende Parallelen zu „Sang Nordique“ oder „La Grande Infamie“ lassen sich wiederfinden.

Die Stücke mit Klargesang gefallen mir aber nicht immer ganz so gut. Gerade das rockige und verhältnismäßig melodische Lied „Chimères“ sagt mir nicht zu. Klargesang ist für AKITSA kein Novum, doch in „Chimères“ ist er nicht so gemein wie einst auf „Soleil Noir“. „Grands Tyrans“ ist  dennoch zu Hundertprozent AKITSA. Es ist einfach ein kompromissloses Werk, welches primitive und lärmende Geradlinigkeit mit Rohheit und absoluter Eigenständigkeit verbindet. Mein absolutes Lieblingsalbum ist und bleibt jedoch „Goétie“.

Auch wenn „Grands Tyrans“ kein monumentales Meisterwerk ist, so ist es doch genau das was man von AKITSA erwartet. Deshalb ist es auch ein absolut gelungenes und empfehlenswertes Album. Was ich im Übrigen an AKITSA so interessant finde, ist das sich die Alben einerseits stark ähneln, vor allem oberflächlich und emotional betrachtet, doch wenn man genauer und tiefer schaut, hat jedes Album seine eigenen Besonderheiten. So auch „Grands Tyrans“. Beim genauen Hinhören kann man kompositorische und instrumentale Eigenheiten entdecken, die den konstanten und tradierten Stil AKITSAS interessant anreichern. Doch dies erschließt sich nur, wenn man das Schaffen der Kanadier über all die Jahre genauer verfolgt hat.

Zurzeit ist „Grands Tyrans“ als Digipak und noble Pro-Kassette erhältlich. Eine Vinyledition ist für den Spätsommer geplant.

Akitsa – Grands Tyrans
2015 | Black Metal
CD / Kassette / Vinyl| Hospital Productions

1. Dévoilé
2. Le Feu De L’abîme
3. Naufrage Contemporain
4. Les Flots De L’enfer
5. Grands Tyrans
6. Faucon
7. Chimères
8. Noire Bête Ailée
9. Je N’y Serai Pas

https://www.facebook.com/sangnordique
https://akitsa.bandcamp.com/
http://hospitalproductions.net/

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