Ævangelist – Enthrall To The Void Of Bliss

Ævangelist - Enthrall To The Void Of Bliss

Ævangelist - Enthrall To The Void Of BlissEs ist noch gar nicht lange her, da hauten mich ÆVANGELIST mit ihrem Debütalbum „De Masticatione Mortuorum In Tumulis“ regelrecht um. Auch die zwei nachfolgenden Alben „Omen Ex Simulacra“ und „Writhes In The Murk“ sprachen mich an, überzeugten mich, obgleich es zunehmend sperriger und fordernder wurde. ÆVANGELIST haben noch nie leicht zugängliche Musik gemacht, sie waren schon immer sehr speziell und Lichtjahre davon entfernt, Musik für Jedermann zu spielen.

Seit kurzem ist Album #4 draußen und ÆVANGELIST sind noch obskurer, bizarrer und wahnsinniger als zu vor. Bereits der Vorgänger „Writhes In The Murk“ war extrem sperrig und in Teilen anstrengend. Doch mit „Enthrall To The Void Of Bliss“ treiben es die zwei Amerikaner zu weit. Das neue Album ist eine abstoßende Kakophonie, die über alle Maßen anstrengend ist.

Dieser K(r)ampf wird schon mit den ersten Takten des Openers „Arcanæ Manifestia“ angedeutet. Das Lied dauert neuneinhalb Minuten und wird durch ein zweieinhalb Minuten währendes, nerviges und unharmonisches Soli eingeleitet. Es hört sich hässlich, disharmonisch und anstrengend an. Doch leider wird es nicht besser. ÆVANGELIST vermengen chaotische Strukturen, stampfenden Death Metal und garstigen Black Metal zu einem kruden Lärm.

Ævangelist (Band)Es ist ja nicht nur die chaotische Komplexität die so anstrengend ist. Es sind auch unnötige Elemente und Instrumente wie die Harfe, die in der ersten (und schlechten) Hälfte des Albums immer wieder störend und unharmonisch zu hören ist. Manchmal wirkt das bunte Treiben des Duos so, als hätten die beiden Herren gemeinsam eine halluzinogene Substanz konsumiert und sich dann in den Proberaum gehockt und schließlich frei drauf los improvisiert. Free Jazz ist dagegen eine besonders wohlklingende und zarte Sonate. Hätten die amerikanischen Folterknechte damals „Enthrall To The Void Of Bliss“ verfügbar gehabt, dann hätten sie bestimmt nicht Metallica verwendet um in Guantanamo und Abu Ghuraib Gefangene zu martern. Oft wirkt es so, als würden sich die Spuren, Instrumente und Arrangements einen erbitterten Kampf darum liefern, wer noch dissonanter und noch chaotischer klingt.

Nach der kurzen Elektro-Ambient-Überleitung „Alchemy“ wird es zwar etwas besser und die Stärken der drei Vorgänger schimmern durch, doch rettet dies das Album auch nicht mehr. Dafür haben ÆVANGELIST zuvor zu viel Missmut und Ärger gesät. Ich bin maßlos enttäuscht, und das obwohl ich perverse und gestörte Musik eigentlich sehr zu schätzen weiß. Doch „Enthrall To The Void Of Bliss“ ist nicht besonders bizarr oder mysteriös, es ist vor allem chaotisch, laut, lärmend und anstrengend. Ich empfinde es widerlich und abstoßend.

Ævangelist – Enthrall To The Void Of Bliss
CD / Vinyl / Digital | Death / Black Metal
2015 | 20 Buck Spin

1. Arcanæ Manifestia
2. Cloister Of The Temple Of Death
3. Gatekeeper’s Scroll
4. Alchemy
5. Levitating Stones
6. Emanation
7. Meditation Of Transcendental Evil

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