Aetherius Obscuritas – Víziók | 2007 | Paragon Records | CD | Black Metal

Visions ist mittlerweile das vierte Album der ungarischen Einmann-Gruppe Aetherius Obscuritas. Mit zwölf Titeln und einer Spielzeit von über 50 Minuten ist das Werk recht gut und vielschichtig bestückt, da bis auf ein einziges Instrumental auf alles unmetallische sowie überleitendes oder verlängerndes Beiwerk verzichtet wurde.

Mit dem eröffnenden Titelstück Visions wird dann auch nicht lange herumgefackelt und umgehend schnell und antreibend losgelegt, wobei die alsbald auftretende und mächtige Basslinie im Hintergrund auffällt und entzückt, da diese der Musik etwas sehr kraftvolles und raumfüllendes verleiht. Trotz des schnellen, und wegen des Gesangs auch harschen Anfangs, entwickelt sich das Lied zu einem abwechslungsreichen Stück, in dem es sowohl schnelle und peitschende Passagen mit guten, dunklen Hintergrundharmonien gibt, wie auch ruhigere Abschnitte mit leisem, klaren Chorgesang und diversen hell gestimmten Gitarrenmelodien, die dem Ganzen etwas sehr lebendiges verleihen.

Abwechslungsreich, schnell und gitarrenbetont spielfreudig bleibt es auch in den folgenden Stücken, die von Aetherius Obscuritas alle sehr unterschiedlich gestaltet wurden. Doch es ist nicht immer nur treibend und schnell, es wurden hier und da auch atmosphärische Passagen eingebettet, die mit schönen dunklen Harmonien aufwarten und sich gut ins spielerische Konzept einpassen.

Wie bereits erwähnt, ist das Gitarrenspiel sehr spielfreudig und lebendig. An den Sechssaitern ist nahezu permanent etwas in Bewegung. Eingängig gestaffelte Riffs gibt es so gut wie gar nicht. Dennoch ist das Gitarrenspiel nicht als zu überladen oder verspielt zu bezeichnen, da die Riffs und Melodien weder zu komplex noch zu aufdringlich, dafür aber oft von einer tiefgehenden Eindringlichkeit sind. Zudem wechselt die Tonlage gern und oft von hohen, hellen Tönen zu den tiefen und dunklen, was dann – wie im Titelstück – in Kombination mit dem Bass sehr gut und mächtig kommt.
Ein anderes, als markant zu beschreibendes Merkmal von Aetherius Obscuritas ist der Gesang, welcher laut und stark verzerrt ist und die Musik maßgeblich mitprägt, da er aufgrund seiner Lautstärke und zentralen Stellung ein dominierendes Merkmal der Musik ist. Allerdings übertönt er dabei nicht die Instrumente, weshalb man nicht sagen kann, der Gesang würde zu laut sein.

Wenn es ein Lied gibt, das man von den Norwegern Ragnarok nachspielen sollte, dann ist es eindeutig My refuge in darkness, so wie es Aetherius Obscuritas getan hat. Die Interpretation von Aetherius Obscuritas ist großartig und dem Original ehrenbürtig und dabei einen Tick rauer und harscher; und wenn ich mich nicht täusche, auch minimal schneller gespielt.

Visions erweist sich als ein sehr anständiges und überzeugendes Album, welches sich keine erkennbare Schwäche leistet. Es ist, trotz des schnellen Grundtempos, ein mit Abwechslung gespicktes Werk das auch nach diversen Durchläufen nicht langweilig wird. Stellenweise, vor allem in den schnell und eingängiger strukturierten Passagen erinnert Visons ein wenig an frühe Taake oder vielleicht auch Ragnarok. In jedem Fall aber ist Visions guter Black Metal, der harsch und geradlinig ist aber zugleich auch ein gesundes Maß an atmosphärischen Melodien besitzt.

01. Víziók (Visions)
02. Mysterious path of desires
03. Kilenc tele a ködnek (Nine winters of mist)
04. Journey to immortality
05. The lockless door
06. Menedékem a Sötétségben (My refuge in darkness) Ragnarok Cover
07. Álom II. (Dream Pt. II)
08. Kövekbe vésett nyugalom (Silence, hewn in stone)
09. Black moorland
10. Who never really left
11. Idegenül (As a stranger)
12. Holtszak (Dead season)

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