Acrosome – Dementia Praecox | 2011 | Dusktone | CD | Black Metal

Für Arcosome, einem türkischen Duo, ist die MCD Dementia Praecox die Debütveröffentlichung. Von den acht Titeln sollte man sich allerdings nicht täuschen lassen, sind die einzelnen Stücke doch recht kurz, weshalb der Durchlauf gerade mal 23 Minuten andauert. Musikalisch ist der Stil jedoch nicht ganz eindeutig festzulegen, auch wenn Acrosome stark im klassischen Depressive Black Metal behaftet sind. Dieser äußert sich im typischen stark verzerrten und langgezogenem Kreischgesang sowie der langsamen und atmosphärischen Spielweise. Dementia Praecox besteht aber nicht nur aus diesem Depressive Black Metal, es gibt einen hohen Anteil an Instrumentalmusik. Diese Instrumentalstücke- und Passagen sind durch die Bank düster, da man Dark Ambient mit stark verzerrten Stimmensamples oder Würge- und Gurgelgeräuschen gemischt hat. Dies ist Acrosome ziemlich gut gelungen, sie schaffen es mit diesen Kompositionen eine sehr düstere und morbide, teilweise auch verstörende Atmosphäre zu erzeugen. Zudem kann auch der depressive und atmosphärische Black Metal selbst überzeugen, da man ein feines Gespür für gute und düstere Melodien hat.

Acrosome erfinden das Rad nicht neu doch ist dass, was sie hier verewigt haben, grundsolide und klanglich ebenfalls ansprechend. Denn die Klangproduktion ist sehr sauber und das Schlagwerk hat einen satten und warmen Klang. Das „Depressive“ wird im Black Metal nicht übertrieben und hat dazu auch eine düstere, makabre Facette. Für Genreliebhaber also eine empfehlenswerte Scheibe. Allerdings handelt es sich hierbei auch nur um eine MCD. Ob ein Album mit 45 Minuten oder mehr Spielzeit, und Liedern jenseits der sieben Minuten, auch so gut funktionieren würde, ist fraglich. Fürs Debüt in der Form eine MCD reicht es aber allemal.

6,5/10
Aceust

01. Önsöz
02. Farkındalık Reaksiyonu
03. DP 1898
04. Doktora
05. Reaksiyonel idea
06. Atenor
07. Acrosome
08. Sonsöz

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