Acherontas – Amenti | 2013 | W.T.C. Productions | CD/Vinyl/Kassette | Black Metal

ACHERONTAS entstand 2007 aus der Asche STUTTHOFS und ist seither ein überaus aktives und kreatives Klangkollektiv. Immerhin stellt die aktuelle Scheibe Amenti bereits das vierte Album dar. Zwischen den vier Alben wurden auch noch zahlreiche Splits und eine EP veröffentlicht. Und trotzdem sind ACHERONTAS in all den Jahren irgendwie unbemerkt an mir vorbei gezogen. Dabei finde ich den griechischen Black Metal überaus interessant. Mit dem typischen hellenischen Black Metal haben ACHERONTAS allerdings auch nicht viel gemeinsam, jedenfalls stilistisch betrachtet. Okkulte und mystische Thematiken sind im griechischen Black Metal zwar schon immer ein zentraler Dreh- und Angelpunkt, doch gehen ACHERONTAS musikalisch einen eigenen, irgendwie internationalen Weg.

Amenti ist ein okkultes und mystisches Album mit viel Melodik und Harmonik, mit viel Abwechslung und Dunkelheit. Die Lieder sind allesamt sehr vielseitig beschaffen und beinhalten mannigfaltige Einflüsse. Interessant ist da ganz sicher The Stele Ov The Last Conjuration, welches ruhig und melodisch beginnt und wo anfangs eine tief, dunkel und nasal sprechende Stimme zu hören ist, welche mich an MOONSPELL erinnert. Natürlich verändert sich das Lied und mit dem späteren schnelleren Rhythmus erinnern mich ACHERONTAS plötzlich ein wenig an KRIEGSMASCHINE. Diese strukturelle als auch atmosphärische Vielfalt auf engstem Raum ist ohnehin ein wesentliches Stilmerkmal von Amenti. Der eigentliche Black Metal, der mir gut gefällt und der gute Gesänge und Riffs besitzt, wird durch zahllose atmosphärische, mystische und okkulte Instrumentalpassagen unterbrochen. Genau dies zerstört für mich die gute, teils messerscharfe und eisige Atmosphäre des Black Metals. Für meinen Geschmack haben es ACHERONTAS definitiv übertrieben und diesen düsteren, okkulten und rituellen Überleitungen und diesen viel zu viel Raum gegeben, zumal solche Passagen gerne auch mal sieben Minuten dauern können.

Durch diesen verwässernden Umstand verliert Amenti für mich leider seinen eigentlichen Reiz. ACHERONTAS können Black Metal, und das auch unverschämt gut, aber es gibt eben auch extrem ausgedehnte dunkelatmosphärische Instrumentalpassagen, die sicherlich gut instrumentiert wurden, bei mir ihre angestrebte Wirkung aber vollständig verfehlen. Das ist schade, da dadurch der eigentlich gute Black Metal stark in Mitleidenschaft gerät.

01. Voluntas supra materiam „Vocatio Prima“
02. Amenti – The lamp ov the desert
03. The stele ov the last conjuration – Ιερος Γαμος
04. Nebt-Het – Divulgence of her sacral temples
05. Set triumphant – Nubti
06. Dissolution (In the sands ov time) – Νεκροπολις
07. Wines of blood & pestilence
08. Erset la tari – The red temple
09. Πανσεληνος „Vocatio Ultima“

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