Abhordium – When Depravity Incarnates | 2011 | Eigenproduktion | CD | Death Metal

Abhordium wurde 2005 in Finland gegründet und nach einer ersten Demo im selben Jahr und einer EP im Jahre 2009, erschien nun vor kurzem das komplett selbstproduzierte Debütalbum When Depravitiy Incarnates. Auf neun Titel verteilt gibt es puren Death Metal zu hören. Abhordium kommen direkt zur Sache, ohne Umwege oder lästige Überleitungen.

Am Anfang von Cursed Phenomenon gibt es zwar für wenige Sekunden düstere Ambient/Noise-Klänge zu hören, doch schon sehr bald kommt der Death Metal: Ein melodisches aber schweres Riff sowie das militärisch gespielte Schlagwerk bereiten nur schlecht auf das schnelle Spiel der Finnen vor. Cursed Phenomenon ist ein schnelles und antreibendes Lied mit massig Riffs, Breaks und treibender Tempopassagen. Der Gesang ist stets tief und kehlig, und so versprühen Abhordium eine traditionelle Death Metal Atmosphäre. Härte und Brutalität wird auf der Scheibe mit spielerischer Leichtigkeit und technischer Abwechslung kombiniert. Das hört sich auch auf Anhieb sehr gut an. Vor allem hört sich das Album auch deshalb so gut an, weil sich die Band nicht zu sehr auf technische Härte versteift, wie es viele andere zeitgemäße Gruppen tun. Trotz bedingungsloser Härte und zeitweiliger Raserei ist When Depravitiy Incarnates immer auch locker und spielerisch traditionell. Es gibt zwar viel Abwechslung und zahlreiche Breaks, aber immer auch eine flüssige Geradlinigkeit und angenehme Leichtigkeit, die man vor allem am superben Gitarrenspiel festmachen kann. Die Riffs ertönen immer präzise, sind flüssig und flott, ohne dabei trocken, steril und technisch zu wirken, wie es bei vielen anderen Bands leider oft der Fall ist. Aber nicht nur der Gitarrist versteht sein Handwerk. Sänger Kari Laaksonen leistet ebenfalls grandiose Arbeit mit seinem Organ und Knüppelbarde Arttu Aalto malträtiert die Felle sehr vielfältig und gekonnt. Stumpfes Gekloppe gibt es auf dem Album zu keinem Zeitpunkt zu hören.

Ich bin von Abhordium echt begeistert, zumal es sich hierbei auch um eine Untergrund-Gruppe handelt, die alles selbst gemacht hat. Mastering, Aufnahme, Layout, alles wurde von Abhordium auf hoher Qualität bewältigt. Das Digipack sieht super aus, ein Beiheft mit Photos und Informatinen gibt es auch. Lediglich im Klang gibt es minimale Defizite, da er stellenweise einen Ticken zu basslastig und deshalb dann punktuell unsauber ist. Aber das sind nur vereinzelte Momente, die den Hörspaß nicht wirklich schmälern.

When Depravitiy Incarnates ist wunderbarer Death Metal, der schnell und brutal, aber ebenso auch abwechslungsreich, lebendig, organisch und traditionell ist, und manchmal gar eine Prise Black enthält. Hier wird die Moderne exzellent mit dem Traditionellen kombiniert. Wer die Scheibe bei seinem Händler gelistet sieht, sollte sie sich undbedingt bestellen und die Band unterstützen, sie hat es definitiv verdient!

9/10
Aceust

01. Cursed phenomenon
02. Plague upon plague
03. Circulation of stygian wings
04. Depravity withering
05. Shadow of the horns
06. Dormant mind
07. Chaos mantra
08. Like the ruins betokeneth
09. Abyss portal

http://www.abhordium.com/

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